ver.di, Streik in Wiesloch (Foto: SWR)

ver.di fordert mehr Geld und Respekt

200 Klinikmitarbeiter haben in Wiesloch gestreikt

STAND

Bei den Tarifgesprächen der Länder wird der Ton härter. Die Gewerkschaft ver.di macht mit Warnstreiks Druck. Auch das Klinikpersonal in Wiesloch ist auf die Straße gegangen.

Ver.di rief zur bundesweiten Arbeitsniederlegung auf - auch in Baden-Württemberg. Am Montagnachmittag haben deshalb rund 200 Beschäftigte des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) für 90 Minuten ihre Arbeit niedergelegt. Bei der Kundgebung im Park in Wiesloch wurde deutlich, dass die Corona-Pandemie nicht die Ursache für die Überbelastung der Pflegeberufe ist, sie hat die Situation aber nochmal deutlich verschärft.

Noch kein Angebot der Arbeitgeber

Der gut besuchte Warnstreik war befeuert worden durch die Weigerung der Arbeitgeber, ein Tarifangebot vorzulegen. Die Tarifgemeinschaft der Bundesländer habe Anfang November alle Forderungen abgelehnt, so die Gewerkschaft ver.di. Die nächste Verhandlungsrunde startet Ende November.

Zweite Verhandlungsrunde für die Länderbeschäftigten 2021 ist beendet+++ Tarifrunde der Länder, 2. Verhandlungsrunde, Tag 2 +++ Das war's. Es gibt kein Angebot der Arbeitgeberseite, die Tarifrunde deutscher Länder erkennt keine unserer Forderungen an! Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verweigern den Kolleginnen und Kollegen jeglichen Respekt und jede Wertschätzung! Sie erkennen weder die aktuellen Preissteigerungen an - und wollen diese nicht ausgleichen - noch euren Einsatz während der Coronapandemie. 😡😡😡 Das sagt unser Vorsitzender Frank Werneke: "Wir verplempern nicht tagelang unsere Zeit, um zu sämtlichen Forderungen der Beschäftigten ein stoisches Nein der Arbeitgeberseite zu hören. Und als trauriger Höhepunkt wird dann trotz mehrfacher Aufforderung durch ver.di kein Angebot vorgelegt. Solche Mätzchen haben die Beschäftigten nicht verdient.“ Jetzt kommt es auf unsere Entschlossenheit an, wenn wir unsere Forderungen durchsetzen wollen! Auf das Nein der Länderarbeitgeber antworten wir mit Bewegung: Wir müssen Kraft aufbauen, streiken, demonstrieren, auf den Straßen sichtbar werden! Ohne Druck wird es auch in der dritten Verhandlungsrunde nichts geben! 💪💪💪 Alle Updates hier: https://unverzichtbar.verdi.de/ #unverzichtbarPosted by ver.di on Tuesday, November 2, 2021

Gewerkschaften fordern mehr Geld

Die Gewerkschaften fordern fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes der Länder. Zugleich verlangen ver.di und der Beamtenbund dbb einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich. Für Beschäftigte in der Psychiatrie werden in Baden-Württemberg 300 Euro verlangt.

"Wir haben das Problem, dass wirklich erfahrene Fachkräfte gehen."

Monika Neuner, ver.di-Sprecherin für den Bezirk Rhein-Neckar, geht davon aus, dass die Wanstreiks Druck auf die Arbeitgeber ausüben und das seine Wirkung haben wird. Denn die Bevölkerung und auch die Finanzminister seien auf funktionierende Unikliniken und auf funktionierende psychiatrische Versorgung angewiesen, sagte Neuner.

"Wir haben jetzt wirklich die Schnauze voll"

"Die denken, es ist Corona, die trauen sich nicht - die denken, die Pflege hat noch nie richtig gestreikt", sagte Neuner vor dem Streik in Wiesloch. Doch in den letzten zwei Jahren habe sich viel verändert. "Leute sagen, wir haben jetzt wirklich die Schnauze voll", so Neuner. Und eben deshalb sind sie am Montag auf die Straßen gegangen.

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