Keine Rückgabe an Deutschland

US-Armee behält Coleman Barracks: Stadt Mannheim nicht überrascht

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Das US-Militär hat angekündigt, die Coleman Barracks im Mannheimer Norden behalten zu wollen. Die Stadt ist von der Ankündigung nicht überrascht.

Die Coleman-Kaserne in Mannheim (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Uwe Anspach/dpa | Uwe Anspach)
Die Coleman-Kaserne in Mannheim picture alliance / Uwe Anspach/dpa | Uwe Anspach

Die US-Army hatte am Montag erklärt, man habe einen steigenden Bedarf an Einrichtungen auf dem europäischen Kontinent. Ursprünglich hatte das Militär bereits im Jahr 2010 angekündigt, die Coleman-Kaserne in Mannheim zurückgeben zu wollen.

Abzugs-Pläne wurden zunächst verschoben

Die Stadt Mannheim hatte daraufhin bereits umfangreiche Vorplanungen für die Nutzung des Coleman-Geländes auf den Weg gebracht. Wenige Tage vor der Übergabe im Januar 2015 stoppten die US-Amerikaner dann aber überraschend die Übergabe. Zur Begründung hieß es, dass weitere Kapazitäten wegen des Ukraine-Konflikts gebraucht würden. Auf dem Coleman-Gelände sind unter anderem Panzer stationiert.

Pläne werden nicht weiter verfolgt

Die Stadt Mannheim erklärte auf SWR-Anfrage, es habe in den vergangenen Jahren Kontakt zur Eigentümerin der Fläche, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), gegeben. Daher sei die Entscheidung der US-Armee, die Fläche dauerhaft zu belegen, abzusehen gewesen. Die Stadtverwaltung sagte, es habe bis 2014 viele Überlegungen zur Nutzung der Fläche gegeben, an der auch die Bürger beteiligt wurden. Nach dem damals überraschenden Nicht-Abzug der US-Amerikaner seien die Pläne aber nicht weiterverfolgt worden.

Ankauf der Fläche vom Tisch

Ein Ankauf der Fläche sei grundsätzlich ohnehin nur in Teilen angedacht gewesen. Das stehe aus jetziger Sicht nicht mehr zur Debatte. Auch die Pläne zur Ausweisung eines 110 Hektar großen Teilbereichs der Fläche als Naturschutzgebiet könnten nicht weiterverfolgt werden. Die grüne Landtagsabgebordnete Susanne Aschoff schreibt dagegen in einer Pressemitteilung, sie erwarte die Fortführung des Naturschutzverfahrens und den Zugang zur Pflege des Gebietes sowie zur Überwachung der seltenen und schützenswerten Tier- und Pflanzenarten auf dem Gelände. Die Kooperation mit der US-Army sei bisher gut verlaufen.

500 zusätzliche US-Soldaten in Deutschland

Im April hatte die US-Regierung bekannt gegeben, dass man die Truppen in Deutschland um 500 Soldaten aufstocken wolle. Die Männer und Frauen sollen im Herbst im Raum Wiesbaden stationiert werden. Das US-Verteidigungsministerium hatte erklärt, die Stationierung sei auch als Bekenntnis der USA zum Verbündeten Deutschland zu verstehen.

   Trumps Abzugspläne gestoppt

Im vergangenen Sommer hatte der damalige US-Präsident Donald Trump kurz vor seiner Abwahl den Abzug von 12.000 der rund 35.000US-Soldaten in Deutschland verfügt – und zwar als Strafaktion für die aus seiner Sicht zu niedrigen deutschen Militärausgaben. Trumps Nachfolger Joe Biden hatte den Truppenabzug kurz nach seinem Amtsantritt gestoppt.

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SWR