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Der ehemalige Nusslocher Bürgermeister Karl Rühl (CDU) muss eine Geldstrafe von 3.900 Euro wegen falscher Verdächtigung zahlen. So hat das Landgericht Heidelberg am Montag geurteilt.

Das Landgericht Heidelberg hat in dem Berufungsprozess damit ein Urteil aus erster Instanz gegen den früheren Nusslocher Bürgermeister Karl Rühl wegen falscher Verdächtigung bestätigt - mit etwas milderer Strafe. Es verhängte gegen ihn eine Geldstrafe von 3.900 Euro. In erster Instanz hatte das Urteil des Amtsgerichts Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) noch auf 6.000 Euro Geldstrafe gelautet.

Ein Aktenstapel im Landgericht Heidelberg (Foto: SWR)
Gerichtssaal im Landgericht Heidelberg

Falsche Anzeige wegen Körperverletzung

Rühl hat nach Überzeugung des Landgerichts eine falsche Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die Anzeige nach einem Streit im Juni 2016 sei falsch gewesen, so der Vorsitzende Richter. Es habe keinen Angriff und keine Körperverletzung auf beziehungsweise gegen Rühl gegeben.

Streit um Bebauung eines Ackers neben Familienanwesen der Rühls

Rühl hatte sich damals mit einem Mann wegen baurechtlicher Bestimmungen gestritten. Der Mann wollte demnach einen Acker neben dem Anwesen der Familie Rühl in Mühlhausen (Rhein-Neckar-Kreis) bebauen. Mit Fotos hatte Rühl offenbar dokumentieren wollen, dass der Acker bei einer Bebauung abzurutschen drohte.

Zeugen bestätigen Rühls Vorwürfe nicht

Vor Gericht hatte Rühl ausgesagt, der Mann habe ihm beim Entreißen der Kamera eine Abschürfung am Oberarm zugefügt. Zeugen konnten das allerdings nicht bestätigen.

Zeugin: Rühl sei "Opfer von Emotionen geworden"

Eine Zeugin sagte vor Gericht, Rühl sei Opfer seiner Emotionen geworden und habe es nicht verkraftet, dass er vom Grundstück seines Kontrahenten gejagt worden sei, als er Fotos machte.

In einem ersten Telefonanruf bei der Polizei Wochen vor der Anzeige sei zudem von Körperverletzung - angeblich ein Kratzer am Arm -noch keine Rede  gewesen.

Vorsitzender Richter in Heidelberg: Fall sei "Haffekäs"

Der Vorsitzende Richter bezeichnete die Bedeutung des Falls in kurpfälzer Mundart als "Haffekäs" (auch "Hafekäs" - frei übersetzt: unbedeutendes Gerede).

Heidelberg

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