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Im Prozess um einen Kampfhunde-Angriff in Leimen im Rhein-Neckar-Kreis muss der 17-jährige Hauptangeklagte zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Der 17-Jährige hatte zwei Hunde auf einen damals 15-Jährigen gehetzt.

Das Gericht sah es am Montag als erwiesen an, dass der 17-Jährige am Pfingstmontag auf einem Feld bei Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) die zwei American-Staffordshire-Terrier auf einen radelnden Jungen losgelassen hatte.

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Opfer erlitt erhebliche Verletzungen

Die Tiere verletzten den heute 16-Jährigen im Gesicht, am Arm und am Hinterkopf. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat er es einem Zufall zu verdanken, dass er noch lebt. Das Gericht sprach den Hundeführer der schweren Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Bewährungsstrafe für Hundehalter

Der 22-jährige Hundehalter, der seinem minderjährigen Bruder entgegen den Vorschriften die Hunde überlassen hatte, wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt - ebenso wie der ebenfalls 22 Jahre alte Begleiter des Hauptangeklagten.

Der Begleiter war mit dem 17-jährigen Hauptangeklagten mit den Hunden spazieren gegangen und hatte auf dessen Geheiß das ihm anvertraute Tier losgelassen. Zuvor hatte das spätere Opfer die beiden gebeten, die verbotswidrig nicht angeleinten Hunde in Schach zu halten.

Verteidiger hatte Bewährungsstrafe gefordert

Die Verteidigung hatte auf eine Jugendstrafe plädiert, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Hauptangeklagte habe die Aggressivität der Tiere unterschätzt. Er sei selbst geschockt gewesen und habe schnell geholfen, als die Hunde den Jungen vom Fahrrad gerissen und zugebissen hatten.

Ordnungsamt entscheidet über Schicksal der Hunde

Über den Umgang mit den beiden Kampfhunden entscheidet das Ordnungsamt in Leimen. Nach dessen Angaben befinden sich die American-Staffordshire-Terrier noch im Tierheim. Das Ordnungsamt will sich für einen Beschluss auf die Urteilsbegründung des Landgerichts Heidelberg vom Montag stützen. Dies gelte für die Frage, ob der wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilte Hundehalter befähigt ist, generell einen Hund oder die konkreten Kampfhunde zu halten.

Tierarzt und Polizei sollen beraten

Zum anderen sei der weitere Umgang mit dem Rüden und der Hündin auf Grundlage der Urteilsbegründung zu klären. Dazu sollen auch die Meinung des zuständigen Veterinärs und der Polizeihundestaffel eingeholt werden.

Angeklagte legen Revision ein

Rund eine Woche nach dem Urteil haben alle drei Angeklagten Revision eingelegt. Das berichtete die Rhein-Neckar-Zeitung am 24. Dezember und zitierte einen Sprecher des Heidelberger Landgerichts. Ihm zufolge wird die Entscheidung jetzt vom Bundesgerichtshof auf Rechtsfehler geprüft.

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