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Das Urteil gegen den Nußlocher Ex-Bürgermeister Karl Rühl verzögert sich. Er muss sich zurzeit in einem Berufungsprozess vor dem Heidelberger Landgericht wegen falscher Verdächtigung verantworten.

Das Wieslocher Amtsgericht hatte Karl Rühl in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. In der Verhandlung vor dem Heidelberger Landgericht forderte die Staatsanwaltschaft am Dienstag erneut eine Geldstrafe. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

Kamera entrissen

Der Prozess geht auf einen Vorfall im Jahr 2016 zurück, als Rühl noch Bürgermeister von Nußloch war. Damals beschuldigte er einen Bauherrn, ihm eine Kamera entrissen und ihn dabei am Arm verletzt zu haben. Der Mann hatte ein Grundstück neben einem Acker von Rühls Familie bebaut. Mit der Kamera wollte Rühl offenbar dokumentieren, dass der Acker abzurutschen drohte.

Zeugen stützen Aussage nicht

Vor Gericht hatte der ehemalige Bürgermeister ausgesagt, der Mann habe ihm beim Entreißen der Kamera eine Abschürfung am Oberarm zugefügt. Zeugen konnten das allerdings nicht bestätigen.

Keine dienstlichen Konsequenzen

Die Sachlage blieb allerdings auch nach der erneuten Aufarbeitung vor Gericht unklar. Dienstliche Konsequenzen hat Karl Rühl nicht zu befürchten, da er nach Ansicht des Gerichts kein Amtsvergehen begangen hat. Wäre das der Fall gewesen, hätte er möglicherweise Teile seiner Pensionsansprüche verlieren können. Rühl war von 2002 bis 2018 Rathaus-Chef in Nußloch.

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