Eine goldfarbene Justitia-Figur steht in einem Gericht.  (Foto: dpa Bildfunk, Britta Pedersen)

Eine Million Euro hinterzogen

Unternehmer aus der Region wegen Sozialversicherungsbetrugs verurteilt

STAND

Drei Unternehmer aus der Rhein-Neckar-Region haben die Sozialversicherung um knapp eine Million Euro betrogen. Nach jahrelangen Ermittlungen wurden sie jetzt verurteilt.

Nach Angaben des Hauptzollamts Karlsruhe hatte die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" vor fünf Jahren eine stichprobenartige Überprüfung bei einer Kabelbaufirma in der Nähe von Heidelberg durchgeführt. Die drei Unternehmer waren zunächst vor den Kontrolleuren geflüchtet, wurden aber kurze Zeit später gefasst.

Angestelltenverhältnisse verschleiert

Bei der Prüfung der Geschäftsunterlagen fanden die Ermittler Anhaltspunkte für eine Scheinselbstständigkeit der Firmen-Mitarbeiter. Scheinselbstständigkeit bedeutet, dass ein tatsächliches Angestelltenverhältnis verschleiert wird und sich der Arbeitgeber dadurch die Sozialabgaben spart. Darüber hinaus kamen die Richter zu der Überzeugung, dass die Unternehmer Arbeitsstunden nicht korrekt erfasst und keinen Mindestlohn bezahlt hatten.

Schaden: Rund eine Million Euro

Der Gesamtschaden der hinterzogenen Sozialversicherungsbeiträge liegt bei rund 880.000 Euro. Darüber hinaus entgingen der Bau-Berufsgenossenschaft etwa 117.000 Euro. Einer der Unternehmer hatte sich zwischenzeitlich ins Ausland abgesetzt. Jetzt wurden er und seine beiden Partner laut Hauptzollamt zu einer Bewährungsstrafe von jeweils einem Jahr verurteilt.

Mehr zum Thema Schwarzarbeit

Heilbronn

Kettenbetrug bei Gerüstbaufirma? Durchsuchungen wegen Verdachts der Schwarzarbeit

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Heilbronn hat am Donnerstag rund 30 Objekte durchsucht. Grund ist der Verdacht organisierter Schwarzarbeit.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Kaiserslautern

Unternehmen überprüft Zoll deckt in Kaiserslautern Schwarzarbeit auf

Der Zoll hat in Kaiserslautern vier Unternehmen überprüft, die Menschen aus Südostasien gehören. Dabei deckten die Beamten mehrere Fälle von Schwarzarbeit auf.

Baden-Württemberg

Schwarzarbeit und niedriger Lohn? Gesamtmetallchef Wolf soll Haushälterin illegal beschäftigt haben

Die Zeitschrift "Stern" wirft dem Gesamtmetallchef Stefan Wolf vor, seine private Haushälterin in Vollzeit schwarz beschäftigt zu haben. Eine Stellungnahme gibt es bisher nicht.

STAND
AUTOR/IN
SWR