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Von deutlichen Worten bis Zurückhaltung

Rhein-Neckar: Wie sich Unternehmen in der AfD-Extremismusdebatte positionieren

Stand
Autor/in
Martina Senghas

Seitdem die sogenannten Remigrations-Ideen der AfD öffentlich wurden, positionieren sich Unternehmen - auch in der Rhein-Neckar-Region. Manche sind deutlich, andere zurückhaltend.

Nachdem Hundertausende von Menschen gegen die sogenannten Remigrationspläne von Seiten der AfD auf die Straße gegangen sind, positionieren sich auch immer mehr Unternehmen. Auch in der Rhein-Neckar-Region finden einige deutliche Worte. Andere üben sich dagegen in Zurückhaltung.

IHK: "Für ausländische Investoren und Fachkräfte attraktiv bleiben"

Die IHK Rhein-Neckar betont in einem Statement vom Freitag, es sei "nicht im Sinne der Unternehmen, wenn Positionen Boden gewinnen, welche die europäische Integration, den Multilateralismus [...] oder gar rechtsstaatliche Prinzipien in Frage stellen". Zudem müsse der Standort für ausländische Investoren und Fachkräfte attraktiv bleiben. Auf die sogenannten Remigrations-Pläne von Seiten der AfD geht die IHK Rhein-Neckar dabei nicht direkt ein. Wieviel regionale Unternehmen diese Positionierung der IHK Rhein-Neckar unterstützen, ist unklar. Die Handwerkskammer Rhein-Neckar-Odenwald hat sich zu dem Thema nicht geäußert.

Große Unternehmen aus der Region sehen Bedrohung durch Rassismus

Einzelne große Unternehmen aus der Region, wie SAP oder Daimler Truck, haben sich nach anfänglicher Zurückhaltung bereits vergangene Woche ähnlich geäußert. Von Seiten der SAP hieß es beispielsweise, man stehe für Vielfalt und Inklusion. Politischen Positionen, die diesen Ansatz in Frage stellen, erteile man eine Absage. Martin Daum, der Vorstand der Daimler Truck AG, wurde deutlicher. Er sei beunruhigt über den aufkeimenden Nationalismus im Land. Das Erstarken der AfD schade nicht nur der deutschen Wirtschaft, sondern vergifte auch das gesellschaftliche Klima.

Kleinere und mittlere Betriebe reagieren teilweise mit Zurückhaltung

Auf SWR-Nachfrage bei kleinen und mittelständischen Betrieben schließen sich einige den Positionen dieser großen Unternehmen wie SAP an. Mehrere Handwerksbetriebe zum Beispiel äußern sich ganz klar gegen Fremdenfeindlichkeit: Man brauche gute Arbeitskräfte, egal woher sie kommen. Das sagt beispielsweise der Geschäftsführer Thomas Jung von der Mannheimer Elektrofirma Volz E.K.T.

Bei uns arbeiten Menschen aus 30 Nationen. Es ist ein Miteinander. Und es geht darum, ob jemand was kann oder nicht kann.

Andere Betriebe möchten sich dagegen nicht in der Sache äußern. Von einem Pflegedienst heißt es etwa, dass es in der Mitarbeiterschaft unterschiedliche Meinungen gebe.

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