Ein Aufkleber, der auf eine Impfung mit dem Impfstoff Moderna hinweist, klebt im Impfzentrum des Klinikums Stuttgart im Impfpass eines Impflings. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat (Archivbild))

Neues Infektionsschutzgesetz

Rhein-Neckar-Region bereitet sich auf 3G-Kontrollen am Arbeitsplatz vor

STAND

Am 19. November hat der Bundesrat dem neuen Infektionsschutzgesetz der Ampel-Parteien zugestimmt. Jetzt müssen die Arbeitgeber die Umsetzung organisieren.

Schon jetzt ist klar: das neue Gesetz bedeutet für die Unternehmen in der Region einen zusätzlichen Aufwand. Beim Mannheimer Stromversorger MVV setzt man deshalb auf externe Kräfte. Sie sollen die 3G-Regel täglich am Eingang kontrollieren. Das heißt, auch Geimpfte und Genesene müssen jeden Morgen aufs Neue ihren Nachweis vorzeigen. Außerdem sollen von den 300 Beschäftigen so viele wie möglich im Homeoffice arbeiten.

Das MVV-Gebäude in Mannheim (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspach)
Die Mannheimer MVV setzt auf tägliche Kontrollen picture alliance/dpa | Uwe Anspach

3G-Nachweis auf dem Werksausweis

Bei der BASF in Ludwigshafen wird in einer Übergangsphase zunächst stichprobenartig überprüft, ob die 3G-Regel eingehalten wird. Das heißt, die rund 39.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen damit rechnen, entweder an den Werkstoren einen Nachweis zeigen zu müssen - oder aber ihrem Vorgesetzten direkt am Arbeitsplatz. Parallel bereitet sich das Chemie-Unternehmen darauf vor, dass der 3G-Nachweis ab Anfang Dezember über den Werksausweis geregelt werden kann. Das erfordere allerdings noch Absprachen mit Behörden und der Arbeitnehmervertretung, heißt es

Freudenberg-Zentrale in Weinheim (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/ dpa | Ronald Wittek)
Freudenberg will Kontrollen über Werksausweise einführen picture-alliance/ dpa | Ronald Wittek

Umsetzung nicht einfach

Auch bei Weinheimer Freudenberg Group möchte man die 3G-Überprüfung am liebsten über die Werkausweise regeln, aber das - so eine Unternehmenssprecherin - sei wegen der Mitbestimmungspflicht nicht so trivial wie man denkt. Man arbeite aber mit Hochdruck daran, für die rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Lösung einzuführen.

Vorteil für Unternehmen mit Standorten in Bayern

Die Mannheimer Unternehmen Südzucker und Roche Diagnostics haben bereits Erfahrungen mit 3G an ihren Standorten in Bayern, denn dort gilt die Regel schon seit dem 9. November. Bei Südzucker kümmert sich eine Task-Force um die Umsetzung, bei Roche kann die Kontrolle bereits über den Werksausweis erfolgen. Größere Unternehmen bieten übrigens parallel auch die Möglichkeit an, sich auf dem Werkgelände impfen zu lassen.

Bei kleinere Unternehmen reicht einmaliger Impf- oder Genesenen-Nachweis

Bei einem kleineren Unternehmen wie zum Beispiel der Umzugs- und Logistik-Firma Spitzer in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) können die 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Impf- oder Genesenen-Nachweis im Büro hinterlegen. Wer nicht darüber verfügt, muss jeweils vor Arbeitsbeginn vor Ort einen Test machen. Man habe bereits genügend Tests nachbestellt, gehe aber davon aus, dass nur ein geringer Teil der Belegschaft nicht geimpft sei.

Ganz unvorbereitet ist niemand

Auch Behörden und öffentliche Einrichtung stecken mitten in den Vorbereitungen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu überprüfen, bevor sie die Gebäude betreten. Ein Sprecher des Landgerichts Mannheim erklärte auf Anfrage des SWR, dass die Stimmung unaufgeregt sei. Das liege wohl auch daran, dass man bereits zu Beginn der Pandemie weitreichende Maßnahmen getroffen habe, um am Arbeitsplatz und während der Sitzungen ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu schaffen.

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