Grünen-Landtagsabgeordneter an Krebs gestorben

Trauerfeier für Uli Sckerl in Weinheim geplant

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Der Weinheimer Landtagsabgeordnete der Grünen, Uli Sckerl, ist gestorben. Am Samstag ist eine Trauerfeier geplant. Nachfolgerin im Landtag wird Fadime Tuncer.

Uli Sckerl wurde 70 Jahre alt. Er starb an einer Krebserkrankung, die er erst vor Kurzem öffentlich gemacht hatte. Er hatte zuvor angekündigt, politisch kürzer zu treten.

Trauerfeier und Nachfolge im Landtag

Am Samstag, den 19. Februar soll es eine Trauerfeier für Uli Sckerl in der Weinheimer Peterskirche geben. Laut Stadt beginnt sie um 14 Uhr.

Sckerls Landtagsmandat wird seine bisherige Referentin und Ersatzbewerberin Fadime Tuncer übernehmen. Dem SWR sagte die 52-jährige Schriesheimer Stadträtin, sie wolle das Mandat für den Wahlkreis in Sckerls Sinne weiterführen.

Hans-Ulrich Sckerl  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Bernd Weißbrod)
Hans-Ulrich Sckerl bei einer Rede im baden-württembergischen Landtag. picture alliance / dpa | Bernd Weißbrod

Gemeinderat und Landtagsabgeordneter

Hans-Ulrich "Uli“ Sckerl galt in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) und in der gesamten Region als engagierter und erfahrener Politiker. Seine Karriere begann in den Achtzigerjahren im Kreistag und als Gemeinderat - zunächst in Hirschberg, später dann in Weinheim.

"Ich bin zur Bescheidenheit erzogen worden und finde das auch heute noch sehr gut so. Ich will daher nicht im Mittelpunkt stehen und nehme mich auch nicht so wichtig."

2006 wurde er in den Stuttgarter Landtag gewählt, zehn Jahre später eroberte er erstmals das Direktmandat für die Grünen. Bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr verteidigte er das Mandat mit 35 Prozent der abgegebenen Stimmen.

„Mit Uli Sckerl verlieren wir einen langjährigen Weggefährten und einen Mitstreiter im allerbesten Sinne, der auch über unsere Fraktion hinaus größte Wertschätzung erfuhr. Vor allem aber verlieren wir einen lieben Freund. Du fehlst, Uli. Wir werden Dich sehr vermissen.“ (2/2)

Innenpolitik und Menschenrechte

Sckerl war stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Landtag und Parlamentarischer Geschäftsführer. Er kümmerte sich vor allem um innenpolitische Themen und Menschenrechtsfragen. Der Politiker war an vielen Untersuchungsausschüssen des Landtages maßgeblich beteiligt und engagierte sich gegen Rechtsradikalismus.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) äußerte sich im Rahmen der Regierungspressekonferenz am Dienstag zu Sckerls Tod.

"Ich hatte ein gutes und freundschaftliches Verhältnis zu ihm und bin wirklich bestürzt und traurig über seinen Tod."

Auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) würdigte Uli Sckerl und drückte der Familie sein Mitgefühl aus.

"Uli Sckerl war ein aufrechter, klarer Typ, mit Ecken und Kanten, Haltung und unglaublich viel Sachverstand - der es einem Innenminister von der CDU inhaltlich, politisch nie leicht gemacht hat."

Er sei "ein feiner Kerl" gewesen, mit dem er in der Regierungskoalition verlässlich, vertrauensvoll und unheimlich gerne zusammen gearbeitet habe. Die politische Auseinandersetzung mit dem grünen Urgestein, dem grünen Polit-Profi werde wirklich fehlen, so Strobl.

Streitbar, aber immer fair

SPD-Fraktionschef Andreas Stoch erinnert an Uli Sckerl als einen engagierten Politiker überzeugten Verfechter der parlamentarischen Demokratie. Er habe ihn sowohl als Partner der Koalition geschätzt als auch aus der Rolle der Opposition heraus.

"Immer war er streitbar in der Sache, immer blieb er fair. Unser Mitgefühl gilt besonders seinen Hinterbliebenen."

Gebürtiger Weinheimer

Uli Sckerl ist in Weinheim geboren. Nach seinem Studium hat er unter anderem in einer Kanzlei, in Verbänden und Unternehmen gearbeitet. Bis zu seiner Wahl in den Landtag war er Geschäftsführer. Er hinterlässt zwei Kinder.

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