Trauermarsch gegen das Artensterben (Foto: SWR)

Protest in der Mannheimer Innenstadt

Trauermarsch gegen das Artensterben

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Mit einem "Trauermarsch" durch die Mannheimer Innnenstadt haben am Samstag Umweltschutz-Aktivistinnen und Aktivisten auf das weltweite Artensterben aufmerksam gemacht.

Die Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" wollte mit der Aktion das weltweite Artensterben in den Fokus rücken. Viele Passanten hielten angesichts des ungewöhnlichen Aufzuges inne und zückten ihre Smartphones, um Bilder zu machen. Denn eine solche "Parade" in der Mannheimer City hat eher Seltenheitswert. Rund 100 Demonstrantinnen und Demonstranten zogen in dem "Trauermarsch" durch die belebten Einkaufsstraßen.

Weißer Sarg symbolisiert das weltweite Artensterben

Begleitet von ruhigen Trommelschlägen und einem als Priester verkleideten Umweltschützer, trugen junge Männer einen weißen, selbstgebastelten Sarg. Er symbolisierte das weltweite Artensterben von Wildtieren und die Vernichtung derer Lebensräume. Den "Sargträgern" am Kopf des Zuges folgten viele mit Tierkostümen verkleidete Menschen.

Aufzug mit ernstem Hintergrund

Der ungewöhnliche Aufzug hat einen durchaus ernsten Hintergrund. So kritisierten die Protestler in einer Ansprache zuvor, dass weltweit immer mehr Wildtiere durch Nutztiere verdrängt würden. Schon heute lebten 82 Milliarden Tiere als reine "Fleischlieferanten" in Stallungen, erklärte Daniel Cox, Aktivist der Mannheimer Ortsgruppe von "Extinction Rebellion." Außerdem befördere der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft das massenhafte Artensterben.

"Erst klingelt der Geldbeutel, dann beginnt das Artensterben"

Der Umweltschützer warb in seiner Rede auf dem Paradeplatz für ein "gesellschaftliches Umdenken". Der Fleischhunger müsse "gestoppt", mehr Menschen müssten sich "rein pflanzlich" ernähren, sagte Daniel Cox. Das sei einer von vielen Schritten, um dem massenhaften Artensterben Einhalt zu gebieten.

Die Sorge der Naturschützer ist groß: Flache fischfreie Tümpel sind die Kinderstube von Amphibien. Trocknen sie aus, ist das Überleben seltener Arten gefährdet:

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35 Prozent der einheimischen Tierarten gelten als gefährdet

Nach Informationen des Bundesumweltministeriums gelten allein in Deutschland rund 35 Prozent der einheimischen Tierarten als "bestandsgefährdet".

Die 2018 in England gegründete Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion" ist nicht unumstritten. Sie macht immer wieder durch teils heftig kritisierte Protestaktionen und Blockaden auf ihre Positionen aufmerksam.

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