Landwirte potestieren gegen Bahntrasse mit Treckerkolonne (Foto: SWR)

Deutsche Bahn: Trasse führe "nicht durch Grenzhof" bei Heidelberg

Traktorenkette bei Eppelheim als Protest gegen geplante Bahnlinie

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Landwirte aus dem Rhein-Neckar-Kreis haben am Donnerstag gegen eine mögliche Trassenführung des Bahnprojekts Mannheim-Karlsruhe durch Felder bei Eppelheim demonstriert.

Die betroffenen Landwirte kamen mit rund 100 Traktoren und stellten sich mit ihren Fahrzeugen auf die Feldwege zwischen der Gemeinde Plankstadt und der Stadt Eppelheim auf. Die Bahn-Trasse bedeute einen großen Landverlust für die Bauern und die Zerschneidung eines Naherholungsgebietes - so die Landwirte. Ein wirtschaftliches Arbeiten auf den Äckern sei im Falle des Baus der Bahntrasse kaum noch möglich, sagte einer der Organisatoren der Demonstration.

Außerdem bedrohe sie Hofläden und familiengeführte Betriebe, die regionale Produkte vermarkten. Landwirt Holger Koch aus Edingen-Neckarhausen (Rhein-Neckar-Kreis) hält seine rund 70 Freilandschweine in einem mobilen Stall im Grenzhof bei Heidelberg. Er sagte dem SWR, er befürchte, dass die geplante Bahntrasse genau durch diesen Stall führe.

Traktor mit Protestbanner gegen Bahntrassen-Ausbau bei Eppelheim und Plankstadt (Foto: SWR)
Landwirte protestieren gegen einen Bahntrassen-Ausbau der Deutschen Bahn bei Eppelheim und Plankstadt (Rhein-Neckar-Kreis)

Traktorenkette von Friedrichsfeld über Plankstadt bis zum Hardtwald

Die Traktorenkette sollte sich durch die Felder von Friedrichsfeld über Plankstadt bis zum Hardtwald ziehen.

Unterstützt wurden die Landwirte von der Eppelheimer Bürgermeisterin Patricia Rebmann (parteilos), Oftersheims Bürgermeister Jens Geiß (CDU), Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Plankstadt und dem Heidelberger Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos).

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Deutsche Bahn: "Korridor an Eppelheim vorbei nicht auszuschließen"

Die Deutsche Bahn teilte dem SWR auf Anfrage mit, sie habe unter anderem "im Raum Plankstadt-Eppelheim einen möglichen Korridor von knapp 1.000 Meter Breite identifiziert." Dieser Korridor führe zwischen dem Grenzhof und Eppelheim vorbei und sei aus "umweltfachlicher und raumordnerischer Sicht für die weiteren Planungsschritte erst einmal nicht auszuschließen."

Bahn dementiert Trassenführung durch Grenzhof bei Heidelberg

Bei der weiteren "Trassenfindung" spiele "eine möglichst geringe Betroffenheit" eine entscheidende Rolle. Klar sei, dass der Weg zur Antragsvariante aus vielen Planungsschritten bestehe, so die Bahn.

"Alle Belange müssen sehr sorgfältig abgewogen werden und die Öffentlichkeit wird auf dem Weg transparent mitgenommen. Die Aussage, dass die geplante Trasse durch den Grenzhof (mit dem Freiland-Schweinestall) bei Heidelberg gehen soll, können wir nicht nachvollziehen."

Die Bahn teilte weiter mit, sie werde über die weiteren Planungsschritte "weiterhin transparent im Rahmen der bereits begonnenen frühen Öffentlichkeitsbeteiligung informieren." Informationen dazu gebe es außerdem auf der Projekthomepage.

Im Herbst dieses Jahres sollen laut Bahn "die zwischen Mannheim und Karlsruhe durchgängigen Linienvarianten feststehen, die wiederum weiter vertieft untersucht werden."

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