Sequenzierung im Labor (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Andreas Arnold/dpa | Andreas Arnold)

Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg

Corona-Virus-Sequenzierung: 50 Prozent der Proben sind Virus-Varianten

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Je eher und schneller Virus-Mutationen erkannt werden, desto besser. Dafür ist die Sequenzierung positiver Sars-CoV2-Proben im Labor so wichtig, sagen Forscher. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) informierte sich dazu am Donnerstag in einer Forschungseinrichtung in Heidelberg.

Wissenschaftler der Unikliniken in Heidelberg und Tübingen können mittels der sogenannten Sequenzierung rasch mutierte Viren erkennen, von denen manche etwa als leichter übertragbar gelten. Die Kliniken arbeiten dazu mit den außeruniversitären Partnern zusammen, unter anderem mit dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg.

Informationsbesuch mit Ministerin Bauer im EMBL in Heidelberg

Bauer schaute sich im Rahmen eines Informationsbesuchs das Sequenzierungslabor des EMBL an. Vladimir Benes, Leiter Genomik Core Facility im EMBL, erklärte Einzelheiten zur Arbeit in dem Labor.

"Die Allianz hat ihre Arbeit mit voller Kraft aufgenommen", sagte Wissenschaftsministerin Bauer (Grüne) im EMBL.

Hälfte der Positiv-Proben Varianten des Sars-CoV2-Virus

Bislang sind knapp 1.600 Proben untersucht worden, davon zwei Drittel für die Region Heidelberg. Das Ergebnis: Bei der Hälfte dieser Proben handelte es sich zuletzt um Varianten. Wenn logistische Fragen gelöst sind, können 8.000 Proben in der Woche unter die Lupe genommen werden. Damit wären dann den Angaben nach alle positive Proben im Land erfasst.

Wiederanstieg der Corona-Infektionen durch die Virus-Mutationen?

Hans-Georg Kräusslich, Leiter der Virologie am Uniklinikum Heidelberg, sagte dem SWR, bisher sehe man noch keinen deutlichen Wiederanstieg der Corona-Gesamt-Inzidenz. Deswegen gehe es jetzt um die Frage, ob man die Inzidenz auf dem aktuellen Level halten könne, oder ob es durch die Virus-Mutationen demnächst einen Wiederanstieg gebe. Dazu gebe es unterschiedliche Spekulationen, daran, so Kräusslich, wolle er sich aber nicht beteiligen.

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) im EMBL in Heidelberg (Foto: SWR)
Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) im EMBL in Heidelberg

Forschungsinstitut wird von 27 Staaten unterstützt

Das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie zählt zu den bekanntesten biologischen Forschungslabors der Welt. Das Grundlagenforschungsinstitut wird von 27 Staaten unterstützt und mit öffentlichen Geldern finanziert.

Vladimir Benes vom EMBL in Heidelberg in einem Labor mit Behälter in der Hand (Foto: SWR)
Vladimir Benes, Leiter Genomik Core Facility, nimmt in einem Sequenzier-Labor am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) Behälter aus einem Schrank.

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