Simulation: Arbeiten in der Textilfabrik (Foto: Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg )

Simulation gegen "Fast Fashion"

Schüler arbeiten in "Textilfabrik" auf Heidelberger Uniplatz

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Wer hat unsere Kleider gemacht und unter welchen Bedingungen? Damit haben sich über 100 Schüler in Heidelberg beschäftigt und die Arbeit in einer Textilfabrik simuliert.

Alles sollte so realistisch wie möglich sein: Mit einem kleinen, überfüllten Bus kamen die Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis zehn an ihrer "Arbeitsstelle" in der Textilfabrik auf dem Heidelberger Uniplatz an. Arbeiten mussten sie in einer stickigen Produktionshalle. Dort hieß es Stoff nähen, Weben oder Knöpfe anbringen.

Simulation: Arbeiten in der Textilfabrik (Foto: Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg )
Die Schüler müssen unter anderem Knöpfe anbringen - unter anstrengenden Bedingungen Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg

Statt neun bis elf Stunden - wie in der Realität echter Textilarbeiter - dauerte der "Arbeitstag" der Schüler nur neun Minuten, so Bildungsreferentin Ariane Fröhlich.

Klassenzimmer auf dem Heidelberger Uniplatz

In einem Video erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der "Fast-Fashion"-Industrie. Die Aktion war Abschluss der ersten Heidelberger "Fashion Revolution Week". Das "Globale Klassenzimmer" wird vom "Eine-Welt-Zentrum" in Heidelberg organisiert.

Simulation: Arbeiten in der Textilfabrik (Foto: Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg )
Bei der simulierten "Textilfabrik" sollte alles so realistisch wie möglich sein Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg

Mehr Verantwortungsbewusstsein beim Kleiderkonsum

Die Aktion will die Folgen der Fast-Fashion-Mode zeigen. Ziel ist, dass die jungen Menschen den eigenen Kleiderkonsum überdenken.

Armut trotz schwerer Arbeit

Laut den Organisatoren der Aktion arbeiten fast 80 Millionen Menschen weltweit in der Textilproduktion. Die meisten sind Frauen in Asien, Osteuropa, Afrika oder Lateinamerika.

Die teilweise extrem billigen Preise in der Modeindustrie seien nur möglich, weil die Arbeiterinnen und Arbeiter ausgebeutet würden, durch geringe Löhne und unbezahlte Überstunden.

Simulation: Arbeiten in der Textilfabrik (Foto: Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg )
Auch die siebte Klasse des St.Raphael Gymnasium war bei der Aktion auf dem Heidelberger Universitätsplatz dabei Globales Klassenzimmer/Eine-Welt-Zentrum Heidelberg

Umdenken fängt beim eigenen Kleiderschrank an

"Fashion Revolution" bedeutet auch weniger und vor allem gebrauchte Kleidung zu kaufen, sagen die Macher der Aktion. Im Schnitt tragen die Deutschen 40 Prozent ihrer Kleidungsstücke kaum oder gar nicht. Die Anschaffung von drei neuen Kleidungsstücken pro Jahr sei aus Sicht von Nachhaltigkeitsexperten ausreichend.

"Ehrlich gesagt ist die Umsetzung überhaupt nicht schwierig, wenn man sich erst einmal dafür entschieden hat."

Heidelberg

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