Ein Fahrradfahrer vom Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. fährt mit einer ca. 1,5 m langen Schaumstoffstange ("Poolnudel") zur Illustration des vorgeschriebenen Mindestabstandes von Autofahrern über eine Straße (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk,  Julian Stratenschulte)

SWR-Mitmachaktion: Erste Ergebnisse liegen vor

#besserRadfahren: Radfahrer melden dem SWR mehr als 10.000 Gefahrenstellen

STAND

Innerhalb von fünf Wochen haben die Fahrradfahrer im Südwesten dem SWR über 10.000 Gefahrenstellen gemeldet. Jetzt werden die Meldungen wissenschaftlich ausgewertet. Erste Ergebnisse gibt es aber schon.

Rund 1.500 Mal wurden dem SWR bei der Mitmachaktion #besserRadfahren Orte gemeldet, an denen aus Sicht der Betroffenen dringend Radwege gebaut werden müssten. Auf Platz zwei der häufigsten Beschwerden landeten Radwege, die unvermittelt im Nichts enden - und auf dem dritten Platz Radwege, die viel zu schmal sind.

Zu schmale Radwege bergen für Gefahren (Foto: SWR)
Eigentlich sieht die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung eine Radwegbreite von 1,50 Meter vor.

"Die hohe Resonanz bei der Beteiligung an der Aktion macht deutlich, wie wichtig das Thema Sicherheit beim Radverkehr ist und welche Defizite bestehen. Jetzt sind die Verwaltungen der Gemeinden, Städte und Länder am Zug."

Großstädte besonders stark betroffen

Alle Gefahrenmeldungen werden jetzt an der Hochschule Karlsruhe wissenschaftlich ausgewertet. Nach Angaben der Forschenden kamen nach derzeitigem Stand rund 46 Prozent der Meldungen aus Großstädten, 30 Prozent aus Mittelstädten und 24 Prozent aus Kleinstädten oder dem ländlichen Raum.

"Häufig fehlen Radexperten in den Verwaltungen, weshalb es hier verstärkter Aus- und Fortbildung bedarf. Nur dann kann das Wissen, wie attraktive Radwege gestaltet werden müssen, auch flächendeckend in den Kommunen angewandt werden."

Sicherheit großes Thema

Insgesamt gab es Meldungen aus 31 unterschiedlichen Kategorien. Von den zehn häufigsten Meldungen hingen sieben mit dem Thema Sicherheit zusammen. Anhand der gesammelten Daten wollen die Karlsruher Wissenschaftler jetzt herausfinden, wie und wo sich die Situation für Fahrradfahrer verbessern lässt.

Radweg endet im Nichts (Foto: SWR)
Immer wieder enden Radwege im Nichts.

Umweltbundesamt sieht Handlungsbedarf

An der Mitmach-Aktion beteiligte sich auch das Umweltbundesamt. Von dort heißt es, die hohe Beteiligung zeige, dass das Radfahren immer mehr an Bedeutung gewinne. Gleichzeitig gebe es aber zu viele Lücken in der Infrastruktur. Hier bestehe dringend Handlungsbedarf.

Ergebnisse im Juni

Bis die Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe alle Daten ausgewertet haben, wird es noch einige Zeit dauern. Ebenfalls wissenschaftlich analysiert werden die Daten aus der kostenlosen App SimRa, die automatisch gefährliche Situationen erfasst, und die Radwege-Messaktion des Verkehrsclubs Deutschlands.Die Ergebnisse werden am 9. Juni in den Programmen des SWR vorgestellt - im Radio, im Fernsehen und online.        

Mehr zum Thema

Mannheim

#BESSERRADFAHREN Gefährlicher Radweg zwischen Straßenbahnschienen in Mannheim-Seckenheim

Ein Fahrradweg zwischen Straßenbahnschienen sorgt im Mannheimer Stadtteil Seckenheim für Ärger - und das schon seit Jahren. Immer wieder kommt es an der Stelle zu Unfällen. Geändert wird aber nichts.  mehr...

Trier

Bilanz Mitmachaktion #besserRadfahren Radfahren in der Region Trier bleibt ein Abenteuer

Fast 250 Radfahrer haben auf einer interaktiven Karte des SWR gefährliche Strecken markiert. Wollen die Kommunen was verbessern? Wir haben nachgefragt.  mehr...

Ulm

SWR-Mitmachaktion#besserRadfahren Was sich Radfahrer zwischen Ulm, Aalen und Schwäbisch Gmünd wünschen

Schlechte Radwege, gefährliche Kreuzungen, zu dicht am Autoverkehr - Radfahrende in der Region leben gefährlich. Die Zahl der Radunfälle steigt. Radler wünschen sich eines: mehr Sicherheit.  mehr...

STAND
AUTOR/IN