Die Surfrider engagieren sich für mehr Sauberkeit in Flüssen und Gewässern (Foto: SWR)

Aktion der Organisation "Surfrider"

E-Scooter in Mannheim aus dem Neckar gezogen

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Wie viele E-Scooter mittlerweile im Neckar liegen, weiß keiner. Die Organisation "Surfrider" hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Scooter zu bergen - wie jetzt in Mannheim.

Die neuen Elektro-Roller sind beliebt, haben sich im Straßenverkehr etabliert. Allerdings liegen sie auch oft überall herum, was für viel Ärger sorgt. Manchmal werden sie einfach achtlos fallen gelassen, wenn der Akku leer ist.

Unter der Kurpfalzbrücke in Mannheim

Aber es landen auch viele E-Scooter im Wasser. Zum Beispiel liegen etliche unter der Kurpfalzbrücke in Mannheim im Neckar. Die Umweltgruppe "Surfrider" hat sich am Mittwoch aufgemacht, einige von ihnen zu bergen.

Fischen mit der Hakenstange

Gut ausgerüstet haben sich Uwe Franken und seine Mitstreiter auf ihre Paddelbretter geschwungen, mit langen Hakenstangen bewaffnet. Sie hatten sich vorgenommen, Roller, die sie vor einigen Tagen gesichtet haben, aus dem kalten Neckar zu fischen.

Die meisten Scooter liegen bei Köln im Rhein

Die E-Scooter-Problematik war im Sommer in Köln hochgekommen, als die Organisation "Krake" darauf aufmerksam gemacht hat, dass rund 500 Roller im Rhein liegen. So viele sind es in Mannheim nicht, aber trotzdem wollen die "Surfrider" aktiv eingreifen.

"surfrider" mit langer Tradition

Sie folgen damit einer langen Tradition: Die Organisation war in den 1980er Jahren in Kalifornien gegründet worden, als Surfer ihre Strände sauber halten wollten und hat sich in Europa ausgebreitet. "Surfrider" veranstaltet Putzaktionen aller Art - immer verbunden mit ein bisschen Spaß.

Die Surfrider engagieren sich für mehr Sauberkeit in Flüssen und Gewässern (Foto: SWR)
Die "Surfrider" haben bei ihrer Aktion mehrere E-Roller aus dem Neckar gezogen.

"Tier Mobility" will Kosten für Bergung tragen

E-Scooter Marktführer "Tier" aus Berlin, zu dem jetzt auch die Fahrradfirma "nextbike" gehört, hat auf SWR-Anfrage angekündigt, für alle Bergungs- und Entsorgungskosten aufzukommen. Allerdings muss ein Unternehmen den Aufwand in Rechnung stellen.

Die lokalen Teams vor Ort sollten zudem in Ufernähe im Wasser liegende Scooter aus dem Fluss ziehen wenn möglich, schreibt "Tier Mobility". Außerdem soll durch technische Eingriffe wie verbessertes GPS-Tracking verhindert werden, dass E-Scooter vermehrt in Ufernähe stehen bleiben.

Die Surfrider engagieren sich für mehr Sauberkeit in Flüssen und Gewässern (Foto: SWR)
Die Surfrider fischen veralgte E-Scooter in Mannheim aus dem Neckar.

Hoher Schaden durch Vandalismus

Dem Unternehmen würde durch den Vandalismus ohnehin hoher Schaden entstehen, pro Roller seien das mehrere hundert Euro. "Tier" wolle alle Vorfälle - wenn möglich - zu Anzeige bringen. Tatsächlich brüsten sich einige der Täter in Sozialen Medien mit ihren Aktionen, wenn sie die Roller ins Wasser werfen.

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SWR