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Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) habe die geplanten Parteitage der AfD auf dem Mannheimer Maimarktgelände verhindert, so der Vorwurf. Die Stadt Mannheim weist das zurück.

Die Einladung für die AfD-Mitglieder in Baden-Württemberg wurde bereits verschickt: An den letzten beiden Septemberwochenenden sollten zwei AfD-Landesparteitage auf dem Mannheimer Maimarktgelände stattfinden. Allerdings hat die AfD Baden-Württemberg dort noch gar keinen Mietvertrag. "Der Betreiber hat seine mündliche Zusage zurückgezogen", sagte AfD-Landesvorstandssprecher Markus Frohnmaier dem SWR. Die Maimarkt-Betreibergesellschaft bestätigte dem SWR, dass beide Veranstaltungen bisher nicht eingeplant seien und demnach kein Vertrag vorliege.

Weidel: "Politische Willkür"

Frohnmaier äußerte wegen der Absage scharfe Kritik am Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Dieser habe sich in die Vertragsverhandlungen eingemischt und eine Anmietung verhindert. AfD-Landesparteichefin Alice Weidel bezeichnete die Absage als "politischen Willkürakt". Die Partei will nun rechtliche Schritte prüfen.

Stadt Mannheim weist Kritik zurück

Die Stadt Mannheim wies die Vorwürfe zurück. "Es hat lediglich ein Informationsgespräch zwischen Stadtverwaltung und Betreiber gegeben", sagte eine Sprecherin dem SWR. Die Stadt sei dabei nur informiert worden, dass die AfD ihre Parteitage in Mannheim durchführen wolle. Man sei in keiner Form am Betrieb der Hallen beteiligt.

Der AfD läuft die Zeit davon

Der AfD-Landesvorstand will nach eigenen Angaben noch im September beide Parteitage durchführen, um weitere mögliche Corona-Einschränkungen zu vermeiden. Die AfD rechnet mit bis zu 1.000 Teilnehmern. Deshalb kämen nur wenige Hallen in Baden-Württemberg infrage, so Landessprecher Frohmaier. In Teilen der Landes-AfD sorgt der rasche Termin allerdings auch für Unmut. Besonders die geplante Aufstellung von Bundestagskandidaten ein Jahr vor der Wahl ist vielen zu früh.

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