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Die Staatsanwaltschaft Mosbach hat Strafbefehle gegen den Verein Uniter erlassen. Dieser hatte im Sommer 2018 in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) ein unerlaubtes Schießtraining veranstaltet. Auch gegen den Organisator und Uniter-Gründer André S. erging ein Strafbefehl.

Gegen André S., der als Veranstalter der Übung gilt, wurde eine Strafe von 80 Tagessätzen verhängt. Laut SWR-Informationen entspricht das etwa 4.000 Euro. Sollte der Strafbefehl rechtskräftig werden würde André S. waffenrechtlich nicht mehr als zuverlässig gelten. Er ist ein ehemaliger Soldat der Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr.

Unerlaubte Schießübung auf Kasernengelände

Der Anwalt von André S., Björn Hering, teilte dem SWR auf Anfrage mit, sein Mandant habe Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Gegen fünf weitere Beteiligte wurden Strafen verhängt, wegen unerlaubten Führens einer Schusswaffe.

Die Schießübung des Vereins Uniter auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne hatte bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Bei einer Hausdurchsuchung in Mosbach, unter anderem bei dem Uniter-Gründer "Hannibal", wurden Softairwaffen sichergestellt (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa / Jens Büttner)
Bei Hausdurchsuchungen in Mosbach, unter anderem bei dem Uniter-Gründer André S., wurden Softairwaffen sichergestellt picture alliance / dpa / Jens Büttner

Hinweise auf rechtsextreme Haltung

Der Verein Uniter wurde im Juni vom Bundesamt für Verfassungsschutz außerdem zum Verdachtsfall erklärt, da es bei Mitgliedern Hinweise auf rechtsextreme Haltungen und verfassungsfeindliches Bestreben gebe. Bis zum Februar dieses Jahres hatte der Verein noch als gemeinnützig gegolten.

Unerlaubte Waffen bei Hausdurchsuchung gefunden

Nach der unerlaubten Schießübung hatte es Hausdurchsuchungen bei mehreren der Beschuldigten gegeben. Dabei wurden verbotene Gegenstände und Waffen gefunden. Laut Staatsanwaltschaft handle es sich "um den vorsätzlichen Erwerb und Besitz von verbotenen Waffen". Außerdem gehe es "um vorsätzlichen unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen". Denn bei den Gegenständen handele es sich "um einen Zielscheinwerfer, verbotene Messer sowie um Nebel- bzw. Rauchkartuschen und ein sogenanntes 'Flashbang'" (Blendgranate).

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