Eine Heizung mit aufgedrehtem Heizungsthermostat (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Jens Büttner)

Mieterhöhungen und Sanierungen

Steigende Energiepreise: Was bedeuten sie für Mannheim?

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Die Energiepreise steigen rasant - das spüren auch Mieter in Mannheim. Viele hoffen auf eine Gebäudesanierung. Studierende und sozial schwache Haushalte sollen unterstützt werden.

Die Kosten für private Haushalte scheinen in vielen Bereichen zu explodieren. Seit Anfang Juli sind auch die Preise für Fernwärme bei der Mannheimer MVV gestiegen - laut Energieversorger um einen Cent pro Kilowattstunde auf netto 5,78 Cent. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt, der mit Fernwärme heizt, führe das zu Mehrkosten von rund zehn Euro im Monat brutto.

Große Belastung für viele Haushalte

Die MVV begründet die Preiserhöhung mit den gestiegenen Kosten für fossile Energieträger wie Kohle und Öl. Diese entstehen durch gestiegene Preise für CO2-Emissionen und die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Der MVV sei bewusst, dass die gestiegenen Energiepreise "vielfache Herausforderungen sowie soziale Belastungen für unsere Gesellschaft" mit sich bringen.

Hilfe durch Nothilfefonds

Wer in der Rhein-Neckar-Region seine Energiekosten nicht mehr zahlen kann, soll einmalig und unbürokratisch Hilfe durch "Nothilfefonds" bekommen. Die Nothilfe der MVV arbeitet nach eigenen Angaben seit 2007 mit sozialen Trägern zusammen - darunter auch die Caritas in Mannheim.

Trotz aktueller Preissteigerung beobachte die MVV zurzeit keine Häufung von sozialen Härtefällen, die auf die Nothilfe angewiesen sind. Das teilte der Mannheimer Energieversorger gegenüber dem SWR mit.

Studierendenwerk Mannheim: Neue Mietverträge werden teurer

Studierende, die schon länger beim Studierendenwerk in Mannheim Wohnraum mieten, bekommen noch nicht viel von den gestiegenen Preisen mit. Der Grund: Es werden Jahresverträge abgeschlossen. Aktuell werden Zimmer ab einem Preis von etwa 230 Euro pro Monat angeboten (Stand: Juni 2022).

Die genauen Auswirkungen könne man laut Mannheimer Studierendenwerk erst zum Jahreswechsel abschätzen. Für das kommende Semester sollen allerdings die Mieten der Neuverträge um etwa fünf Prozent steigen.

Heidelberger Studierendenwerk will Mieten vorerst nicht erhöhen

Anders verhält es sich bei den rund 5.500 Zimmern in den Heidelberger Studierendenwohnheimen. Obwohl die steigenden Energiepreise spürbar sind, sind laut Studierendenwerk zurzeit keine konkreten Mieterhöhungen geplant. Auch wenn man die Auswirkungen sehr deutlich in verschiedenen Unternehmensbereichen spüre.

"Besonders schmerzhaft sind die Preissteigerungen im Bereich unserer Wohnheime.“

Sanierungen geplant, um Kosten zu senken

Um den Energieverbrauch langfristig gering halten zu können, saniert das Studierendenwerk Mannheim mehrere Wohngebäude. Bei der Ausstattung achte man außerdem auf die Energieeffizienz.

Ähnlich verhält es sich beim Studierendenwerk in Heidelberg, das zusätzlich auf finanzielle Unterstützung des Landes hofft.

"Wir stehen direkt (…) in Kontakt mit der Politik und unserem zuständigen Ministerium, um eine dringend benötigte stärkere finanzielle Unterstützung zu erhalten."

Studierende in Heidelberger Wohnheimen sollen sich möglichst energiesparend verhalten. Ein Anreiz dafür soll laut Studierendenwerk ein im Wintersemester geplanter Energiesparwettbewerb unter den Studierendenwohnheimen sein.

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Förderung für Studierende

Studierende, die staatliche Unterstützung durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) bekommen, erhalten nach Angaben der Studierendenwerke einen einmaligen Heizkostenzuschuss in Höhe von 230 Euro.

"Zusätzlich geschaffene Förderungsmittel, die konkret im Zusammenhang mit den steigenden Energiepreisen stehen, gibt es derzeit noch nicht.“

Energiepreispauschale von 300 Euro

Ab September sollen Bürgerinnen und Bürger mit einer Energiepreispauschale von einmalig 300 Euro (brutto) entlastet werden. Das Problem dabei ist allerdings: Rentenempfänger und Studierende gehen dabei leer aus. Denn die gelten nicht als einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige.

Preisanstieg auch bei Mietern der GBG in Mannheim

In Mannheim werden mehr als 19.000 Wohnungen von der Wohnungsbaugesellschaft (GBG) vermietet. Ein Großteil davon werde zurzeit mit Fernwärme vom Mannheimer Energieversorgungsunternehmen MVV versorgt. Da die Kosten für Fernwärme erst im Juli erhöht worden sind, mussten die Preise laut GBG bisher nicht erhöht werden. Investitionen in Modernisierung und Neubau sollen bei den steigenden Energiepreisen Abhilfe schaffen.

"Die steigenden Energiepreise bestärken uns in diesem Kurs, unseren Bestand auch weiterhin so zu modernisieren, dass z.B. durch eine bessere Dämmung, moderne Steuerungen und neue Anlagen der Heizenergiebedarf der Gebäude sinkt."

Vorauszahlungen werden erhöht

Um erhöhte Nachzahlungen der Mieterinnen und Mieter zu vermeiden, will die GBG Mannheim "die gestiegenen Energiepreise bei der Berechnung der zukünftigen Vorauszahlung berücksichtigen.“ Mieter, die trotzdem von einer Nachzahlung betroffen sind, können diese aber laut GBG auch in Raten zahlen.

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