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Die Stadt Mannheim sagt dem Durchgangsverkehr in der Innenstadt den Kampf an. Ab dem 25. August soll die Innenstadt teilweise für Autos und Motorräder gesperrt werden. Damit ist ein wichtiges Ziel verknüpft.

Im Februar hatte die Stadt die Ergebnisse ihrer regelmäßigen Passanten-Befragung vorgestellt. Ein Ergebnis: Besucher der Innenstadt finden das Angebot an Geschäften und Restaurants in der Innenstadt "außergewöhnlich gut." Die Stadt will daraus nun die Konsequenz ziehen, den Aufenthalt der Besucher in der Innenstadt noch attraktiver zu machen. Weniger Durchgangsverkehr könnte da helfen.

Was die Stadt genau vorhat, erklärte am Dienstag der Mannheimer Bau-Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD):

So sieht es auf der Karte aus:

Stadtplan Mannheimer Innenstadt mit verkehrsberuhigten Zonen in gelb (Foto: Stadt Mannheim)
Entscheidend sind die drei weiss-roten "Schranken": Sperrungen für den Durchgangsverkehr zwischen C1 und N1, P1 und Q1, sowie zwischen E1 und E2 (Grafik: Stadt Mannheim) Stadt Mannheim

Sperrungen in Mannheimer Innenstadt für ein Jahr geplant

Deswegen plant die Stadt, dort ab dem 25. August mehrere Durchgangsstraßen zu sperren - konkret die Fressgasse, die Kunststraße und die Marktstraße (siehe Grafik). Die Sperrung soll ein Jahr dauern.

Kritik von FDP und "Mittelstand für Mannheim"

Inzwischen gibt es Kritik der Mannheimer FDP und der Partei "Mittelstand für Mannheim" (MfM). In einem Schreiben an die Stadtspitze beklagten sie am Donnerstag "zahlreiche Vollsperrungen und unzählige Baustellen" in der Innenstadt. Dazu kämen noch die "Verkehrs-Beeinträchtigungen beispielsweise im Fahrlachtunnel und an der Adenauer-Brücke." Dennoch, so die beiden Parteien, halte die Stadt an der teilweisen Sperrung des Durchgangsverkehrs in der Innenstadt ab dem 25. August fest.

Anfrage im Mannheimer Gemeinderat

Dazu stellen die FPD und der MfM eine Anfrage, die bei der Gemeinderatssitzung am 27. Juli auf den Tisch kommen soll. Die beiden Parteien fragen unter anderem: "Wie viele der bestehenden Vollsperrungen werden während des Verkehrsversuchs weiterhin bestehen?" Und: "Wie plant die Verwaltung eine wissenschaftlich seriöse Analyse (Reliabilität, Validität und Objektivität) des Verkehrsversuchs unter diesen Bedingungen durchzuführen?"

Mannheimer Innenstadt "zu attraktivem Aufenthaltsort entwickeln"

"Wir testen für ein Jahr, wie wir unsere Stadt zu einem attraktiven Aufenthaltsort mit viel Grün entwickeln können. Von dem Konzept für eine neue lebenswerte Innenstadt profitieren die Besucherinnen und Besucher, der Handel und die Anwohnerinnen und Anwohner gleichermaßen."

Autos stehen Stoßstange an Stoßstange im Stau. (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance / dpa/dpaweb | Rolf_Vennenbernd)
Stoßstange an Stoßstange - so etwas will die Stadt in der City nicht mehr sehen picture-alliance / dpa/dpaweb | Rolf_Vennenbernd

Stadt Mannheim will "für attraktivere Innenstadt sorgen"

Die Stadt hatte zuvor mitgeteilt, Ziel der Maßnahme sei es, durch die geänderte Verkehrsführung "die Erreichbarkeit der Innenstadt zu gewährleisten und für eine attraktivere Innenstadt zu sorgen." Die städtische Verkehrsplanung geht laut Stadt davon aus, dass sich bei der "dauerhaften geänderten Verkehrsführung nach gewisser Zeit neue Verkehrsflüsse etablieren werden."

Bau-Bürgermeister von Mannheim Ralf Eisenhauser rechts im Bild in der Fressgasse in der Innenstadt (Foto: SWR)
Neben der Schautafel: Der Mannheimer Bau-Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD) in der Fressgasse in der Innenstadt

Picknicktische, Pflanzkübel und Fahrradstraße

Auf den frei werdenden Flächen sollen laut Stadt unter anderem Picknicktische und -Bänke zum längeren Verweilen aufgestellt werden. Dazu kommen Pflanzkübel und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Die Marktstraße (zwischen E1 und E2) soll im September zur Fahrradstraße umgewidmet werden.

Parkhäuser in Innenstadt erreichbar

"Alle Parkhäuser sind erreichbar und bieten ausreichend Parkmöglichkeiten. Die Anlieferung von Geschäften ist über zusätzliche 18 Lieferzonen mit insgesamt etwa 280 laufenden Meter Länge gesichert," sagte Eisenhauer am Dienstag.

Fressgasse in Innenstadt zuletzt wegen "Autoposern" zeitweise gesperrt

Zwischenzeitlich hatte die Stadt bereits in den vergangenen Monaten die Fressgasse zeitweise - vor allem nachts - sperren lassen. Grund dafür waren durchfahrende "Autoposer". Einige von ihnen hatten durch teils manipulierte Auspuff-Anlagen an ihren Wagen für erhebliche Ruhestörungen in der Innenstadt gesorgt. Diese Maßnahme hatte der Stadt zufolge Erfolg, sodass sie Anfang Juli die Sperrung der Fressgasse wieder aufhob.

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