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Seit Montag werden Kinder und Jugendliche an Schulen und Kitas in Mannheim verpflichtend getestet. Wie lange, das hängt von den aktuellen Inzidenz-Zahlen der Stadt ab. Und die bewegen sich am Limit.

Ab Montag dürfen Schülerinnen und Schüler sowie Kindergartenkinder in Mannheim ihre Einrichtung nur noch mit negativem Corona-Test besuchen. Voraussetzung ist allerdings eine Inzidenz unter 200. In Mannheim liegt die Inzidenz aktuell bei 190,6.

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Liegt die Inzidenz bei 200 oder darüber, müssen die Schulen wieder schließen, der Präsenzunterricht muss dann ausgesetzt werden. Die Stadt Mannheim hat zwei Tests pro Woche zur Pflicht gemacht. Ausnahmen gibt es für unter Dreijährige, bei medizinischem Attest oder nach überstandener Corona-Infektion. Auch für Erzieherinnen und Erzieher besteht eine Testpflicht.

"Tests müssen ausgegeben, Ergebnisse eingesammelt werden. Das ist natürlich ein Aufwand."

Grund für die Tests sind steigende Infektionszahlen in Kitas. Die Tests seien wichtig, um Infektionen schnell zu erkennen und Infektionsketten frühzeitig zu durchbrechen, betont Gesundheitsbürgermeister Dirk Grunert (Grüne) von der Stadt Mannheim.

Erfahrungen am ersten Tag

Erste Erfahrungen haben Mannheimer Schulen und Kitas an diesem Montag gesammelt. Der Aufwand ist groß, das sagt man beispielsweise am Elisbeth-Gymnasium in Mannheim.

Vor dem Test stehen die Schülerinnen und Schüler draußen Schlange. Dann kriegt jeder und jede ein Stäbchen in die Nase und hoffentlich ein negatives Testergebnis. Hier übernehmen Medizinstudenten ehrenamtlich die Tests.

Corona-Testpflicht an Kitas und Schulen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Matthias Balk)
Nasentest oder Spucktest - beide sind möglich picture alliance/dpa | Matthias Balk

Tests als gute Zusatzmaßnahme

Auch wenn wegen der Inzidenz unklar ist, wie lange man so verfahren kann, lohne sich der hohe Organisationsaufwand, sagt Schulleiterin Manuela Weiss. Denn die Schnelltests seien eine gute Zusatzmaßnahme in den Schulen.

Bei vielen Kindern und Eltern gab es zuvor Sorgen wegen der Tests, zum Beispiel bei einem positiven Ergebnis, erzählt Weiss. Doch sie haben informiert und geplant, so gut es eben geht. Im Vorfeld wurde extrem aufwändig geplant:

Zahlreiche Ausnahmen

Ausnahmen gelten laut Verordnung der Stadt Mannheim unter anderem für Kinder, bei denen aus medizinischen Gründen und durch ein Attest belegt weder ein Nasal- noch ein Spucktest möglich ist, sowie für geimpfte oder genesene Kinder.

Die Test-Sets für Kinder können wie bisher auch von den Eltern mit nach Hause genommen werden. Die Erziehungsberechtigten müssen dann eine unterschriebene Erklärung über den erfolgten Schnelltest als Nachweis vorlegen.

Mehrere Infektionsausbrüche in Mannheimer Kitas

In den vergangenen Wochen hat es nach Angaben der Stadt in Mannheim mehrfach Infektionsausbrüche in Kindertagesstätten gegeben. Kinder seien in deutlich stärkerem Umfang betroffen und trügen aktiv zur Weitergabe der Infektion bei. Die Stadt weist auf einen Modellversuch an zehn Kitas hin. Viele Eltern würden das Testen begrüßen.

Die Allgemeinverfügung der Stadt Mannheim gilt zunächst bis 9. Mai und ist hier einzusehen.

Heidelberg testet in Kitas nur Erzieherinnen

In Heideberg werden in Kitas zurzeit nur die Erzieherinnen und Erzieher getestet. Die Stadt arbeitete an einer Teststrategie, müsse aber erst noch Tests beschaffen, die dann an die Eltern ausgegeben werden sollen. Alles solle auf freiwilliger Basis geschehen.

"Notbremse" in Baden-Württemberg

Die neue Corona-Verodnung des Landes Baden-Württemberg greift einer möglichen sogenannten "Bundes-Notbremse" vor und setzt verschärfte Regeln bereits um. Liegt die Inzidenz in Städten oder Landkreisen an drei aufeinander folgenden Tagen über 100, treten unter anderem verschärfte Kontaktregeln in Kraft, Einrichtungen wie Zoos müssen schließen.

Beim Friseur brauchen Kunden einen aktuellen negativen Test. "Click&Collect" im Einzelhandel bleibt jedoch möglich.

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