Drei Sportler aus Rhein-Neckar-Region starten bei Paralympics (Foto: IMAGO, IMAGO / Kyodo News)

Eröffnungsfeier

Drei Sportler aus Rhein-Neckar-Region starten bei Paralympics

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Am Dienstag starteten die paralympischen Spiele in Tokio. 133 Teilnehmende aus Deutschland sind dabei - drei davon aus der Rhein-Neckar-Region.

Um 13 Uhr (deutsche Zeit) hatte die Eröffnungsfeier für die Sommer-Paralympics begonnen. Japans Kaiser Naruhito eröffnete dort offiziell die Spiele. Bis zum 5. September werden Medaillen in 23 Sportarten vergeben. Das deutsche Team besteht aus insgesamt 133 Teilnehmern - darunter auch drei Sportlerinnen und Sportler vom Olympiastützpunkt Rhein-Neckar: Die Rollstuhl-Basketballerin Svenja Mayer, sowie die beiden Para-Judoka Oliver Upmann und Nikolai Kornhaß.

Ankunft in Tokio

Daniel Strigel, Leiter des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar in Heidelberg, steht in engem Kontakt zu den drei paralympischen Athleten aus der Rhein-Neckar-Region. Die Drei mussten für ihre Reise nach Tokio einen besonderen PCR-Test nach japanischen Vorgaben machen. Aber ansonsten seien alle gesund und munter und voller Vorfreude, sagte Strigel. Die Athleten ziehen in die selben Unterkünfte ein, die die Sportler der olympischen Spiele kurz vorher verlassen haben: Ins olympische Dorf. Dort sei alles barrierefrei, sodass es da keine Probleme gebe, so Strigel.

Nicolai Kornhaß und Oliver Upmann - die beiden Judoka sind auf dem Weg zur Eröffnungsfeier  (Foto: Privat)
Die beiden Judoka Oliver Upmann und Nicolai Kornhaß auf dem Weg zur Eröffnungsfeier. Privat

Erwartungen an Paralympics aus Rhein-Neckar-Region

"Auf jeden Fall ihre persönliche Bestleistung abzuliefern. Welches Ergebnis dabei rauskommt, kann man selbst nicht immer beeinflussen."

Svenja Mayer, Oliver Upmann und Nikolai Kornhaß haben Vorleistungen gebracht, zum Beispiel auf Weltranglisten oder Welt- und Europameisterschaften. Daher lasse sich für alle drei eine vordere Platzierung erahnen, sagte Strigel.

Besonderer Schutz für Coronarisikogruppe?

Einen besonderen Schutz für die Athleten der Paralympics gebe es laut Strigel nicht. Auch wenn das vielleicht etwas komisch klinge, sagte er. Man schütze Risikogruppen ja eh seit Pandemiebeginn und mit diesen üblichen Verfahren würde man das auch hier in Tokio machen.

"Es gibt, nur weil das die Paralympics sind, keine besonderen Schutzkonzepte."

Der olympische Flair und der Kontakt zur Bevölkerung wird bei den Paralympics genauso gering sein wie bei Olympics. Was bei den Olympics aber positiv war: Der Austausch zwischen den Sportarten und den Nationen sei mehr gewesen als man sich erhoffen durfte, sagte Strigel. Die Zugangsbeschränkungen zum Dorf seien so streng gewesen, dass im Dorf ein relativ normaler Kontakt stattfinden konnte. Daniel Strigel vermutet, dass das bei den Paralympics genauso sein wird.

Hoffnung auf mehr Toleranz für Menschen mit Behinderungen

"Ich hoffe, dass dadurch das Thema Inklusion und Integration von Menschen mit Einschränkungen in Tokio und den Nachbarländern einen höheren Stellenwert bekommt."

In Japan sei es tatsächlich so, dass es Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft noch schwerer haben als man es in Deutschland gewohnt sei, so Strigel. Da ginge es in Tokio schon bei der Barrierefreiheit los. Es habe sich zwar schon etwas in diese Richtung verbessert - baulich wie mental. Aber trotzdem hofft Daniel Strigel, dass die Aufmerksamkeit der Bevölkerung so hoch sei wie bei den Olympics - denn die war erstaunlich. Das habe auch in Deutschland so funktioniert, sagte Strigel: Auch hier habe der Leistungssport seinen Anteil an der Entwicklung beigetragen.

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SWR