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Es gibt Familien, die ihre Identität verheimlichen, aus Angst vor Diskriminierung. Andere gehen offen damit um, um Vorurteile abzubauen. Wie sehr etwa Sinti und Roma bei der Bildung diskriminiert werden, zeigt eine bundesweite Studie.

Für die RomnoKher-Bildungsstudie wurden mehr als 600 Interviews ausgewertet. Geführt wurden sie mit einheimischen und zugewanderten Sinti und Roma aus allen Bundesländern. Eine ähnliche Studie gab es bereits vor zehn Jahren.

Diskriminierung und Gewalterfahrungen

Ebenso wie 2011 ermittelt die RomnoKher-Studie 2021 erschreckende Ergebnisse: Etwa 40 Prozent der Befragten mit Kindern haben angegeben, dass ihre Kinder Diskriminierung erfahren mussten, zum Teil auch mit Gewalt und im Unterricht, teilweise sogar von Lehrkräften.

Etwa zwei Drittel aller Befragten fühlen sich im heutigen Leben wegen ihrer Zugehörigkeit diskriminiert, davon ca. 80 Prozent auch im Bildungssystem. 85 Prozent der Befragten gaben bei der Studie an, dass es zu ihrem kulturellen Selbstverständnis gehöre, "Romanes" - die Sprache der Roma und Sinti - zu sprechen und zu pflegen. Knapp ein Viertel der Befragten spricht mindestens drei Sprachen.

Autoren der Studie sind selbst Sinti und Roma

Die Interviewer und auch ein Teil der wissenschaftlichen Autoren der RomnoKher-Studie 2021 sind selbst Angehörige der Minderheit, die Verantwortung für die Durchführung der Studie lag bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der RomnoKher gGmbH, einer Selbstorganisation der Sinti und Roma.

Die "RomnoKher-Studie 2021“ wird von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) im Rahmen des "Programms zur Stärkung der Bildungsteilhabe und der Selbstorganisationen von Sinti und Roma in Deutschland“ gefördert.

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