Bild mit Frau mit tiefem Ausschnitt auf Maimess in Mannheim (Foto: SWR)

Frauenpolitische Sprecherin der Grünen "verärgert"

Kritik an Sex- und Erotik-Bildern an Fahrgeschäften und Buden auf Maimess Mannheim

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Abbildungen von Frauen in erotischen Posen, die Besucher der Mannheimer Maimess dazu verleiten sollen, Autoscooter zu fahren oder Süßes zu kaufen. Dagegen regt sich Kritik.

Bunt bemalte Buden und Fahrgeschäfte auf der Maimess in Mannheim (23. April bis 8. Mai) auf dem Neuen Messplatz: Zu sehen sind da unter anderem Pommes und Süßigkeiten, aber auch Abbildungen von Männern und vor allem von Frauen in erotischen Posen.

Frauen in erotischen Posen unter anderem an Fahrgeschäften in Mannheim

Die Frauen sind unter anderem an Crêpe-Ständen, Pommes-Buden und Fahrgeschäften zu sehen. Diese Darstellungen können sexistisch und diskriminierend sein. Das sorgt in diesen Tagen auch für Zündstoff in Stuttgart. Dort findet gerade das Frühlingsfest auf dem Cannstadter Wasen statt.

Stuttgart

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Ein Schausteller aus Worms, der in Mannheim mit einem Pommes-Stand vertreten ist, sagte dem SWR: "Überall sieht man das, an jeder Litfaßsäule sieht man mittlerweile halb entblößte Frauen. Was ist da anstößig dran? Der (Pommes-) Wagen ist 42 Jahre alt. Da hat noch nie irgendjemand was zu gesagt."

Abbildung von Frau auf Mannheimer Maimess  (Foto: SWR)
Über Bilder wie dieses ist die frauenpolitische Sprecherin der Mannheimer Grünen "mehr als verärgert"

Sex-Bilder an Messe-Buden in Mannheim: Pro und Contra

Einige (männliche) Besucher sehen das ähnlich. Ein Rentner sagte dem SWR:

"Ich finde es ganz angenehm, das sind schöne Frauen. Ich glaube, Kinder denken nicht so weit wie die Erwachsenen. Ich glaube nicht, dass die Schaden daran nehmen."

Eine Besucherin widerspricht:

"Ich finde es nicht so in Ordnung. Ich finde, die Tendenz generell nicht so gut, dass viel freizügiger mit allem umgegangen wird."

Grünenpolitische Sprecherin in Mannheim "mehr als verärgert"

Deutliche Kritik gibt es von Angela Wendt, der frauenpolitischen Sprecherin der Grünen im Mannheimer Gemeinderat. Sie sei über solche Darstellungen auf der Messe "mehr als verärgert".

"Man sollte meinen, dass man mittlerweile von solcherart Sexismus Abstand haben sollte. Die Stadt muss dafür sorgen, dass zukünftig solche billigen Darstellungen nicht zugelassen und vertraglich ausgeschlossen werden."

Fraktion der LI.PAR.Tie. schließt sich Kritik an Abbildungen auf Maimess an

Die LI-PAR-Tie. (Eine Fraktion aus Mitgliedern der Linken, der "Partei" und der Tierschutzpartei) im Mannheimer Gemeinderat schließt sich dieser Kritik an:

"Wir als Fraktion lehnen grundsätzlich sexistisches oder rassistisches Marketing ab und es sollte in der Öffentlichkeit nicht mehr zugelassen werden. Dies muss auch für die Buden und Fahrgeschäfte der Messe-Schaustellerinnen und Schausteller gelten."

Klar sei, heißt es in der Stellungnahme weiter, dass "die Bemalungen nicht kurzfristig erneuert oder geändert werden können, da die Schaustellerinnen und Schausteller durch die vergangenen zwei Jahre ohnehin stark gebeutelt sind." Eine zusätzliche finanzielle Belastung solle vermieden werden. "Dennoch möchten wir sie dafür sensibilisieren, bei Neulackierungen oder Designänderungen auf derartige Motive zu verzichten." Ein Dialog zwischen Stadt und Schaustellern könne "hier zu praktikablen Lösungen führen", so die LI.PAR.Tie. 

Stellungnahme der "Event & Promotion Mannheim GmbH"

Der SWR hat auch die zuständige Stelle der Stadt Mannheim um eine Stellungnahme gebeten. Die "Event & Promotion Mannheim GmbH" teilte daraufhin mit:

"In Mannheim liegen keine Beschwerden zu diesem Thema vor. Konkrete Beschwerden werden von uns juristisch überprüft."

Die Maimess in Mannheim findet auf dem Neuen Messplatz bis Sonntag (8. Mai) statt.

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