Verschwörungserzählungen im privaten Umfeld - ein schwieriges Thema (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Nicolas Armer)

Corona, Krieg und Kondensstreifen: Konfrontationen im privaten Umfeld

Kontakt zu Verschwörungsgläubigen: Neue Selbsthilfegruppe in Mannheim

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Sie spalten, zerrütten zum Teil Familien. Und sie können Leben verändern: Verschwörungserzählungen. In Mannheim beschäftigt sich eine Selbsthilfegruppe jetzt genau damit.

Es ist die erste Selbsthilfegruppe für Betroffene in Baden-Württemberg im Rahmen des Gesundheitstreffpunkts Mannheim. Im Zentrum steht die Frage: Wie kommt es dazu, dass eine mir nahestehende Person an Verschwörungserzählungen glaubt? Wie kann ich Grenzen setzen und wie gehe ich mit meiner eigenen Verunsicherung um?

Die Gründerin* der Mannheimer Gruppe wurde selbst durch ihren älteren Bruder zum Thema gebracht. Er glaubt an Verschwörungserzählungen, brachte sie ins familiäre Umfeld. Mit allen damit verbundenen Spannungen. Bislang hat sich die Gruppe drei Mal getroffen.

"Es hilft den Menschen, sich gegenseitig ihre Geschichten zu erzählen."

Beratungsstelle ZEBRA-Baden-Württemberg

Sarah Pohl ist die Leiterin der Beratungsstelle ZEBRA-Baden-Württemberg. Das Team bietet eine religiös neutrale und vom Kultusministerium Baden-Württemberg geförderte Beratung für Menschen, die Orientierung auf dem Markt der Weltanschauungen suchen. Pohl hält Input-Vorträge für solche Gruppen. Ein Tipp sei, sich mit Menschen, die an Verschwörungen glauben und die Erzählungen für Realität halten, nicht allzu sehr in Diskussionen zu begeben. Sondern mehr zu fragen.

Es gehe um gewaltfreie Diskussion, deeskalierende Gesprächstechniken, die wichtig seien. In ihrer Beratungsstelle hatte Pohl im vergangenen Jahr 600 Erstanrufende: Menschen, die in ihrem privaten Umfeld Konflikte mit Verschwörungen haben. Manche Familien und Ehen zerbrechen daran.

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Selbsthilfegruppe gibt Rat, will offen für alle sein

In der neuen Selbsthilfegruppe, die vom Gesundheitstreffpunkt Mannheim unterstützt wird, können Fragen wie diese besprochen werden. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat und ist offen für alle Menschen, die Rat suchen im Umgang mit Verschwörungsgläubigen.

Schätzungen zufolge haben ein Viertel bis ein Drittel aller Deutschen zumindest schon einmal teilweise an eine Verschwörungserzählung geglaubt. In der Regel blieb das allerdings eine persönliche Angelegenheit.

Mit Ausbruch der Coronapandemie und der Frage nach dem Schutz vor der Viruserkrankung führen Verschwörungserzählungen allerdings immer häufiger zu Konflikten.

*die Gründerin der Selbsthilfegruppe möchte nicht persönlich mit Namen genannt werden

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