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Mannheim leistet sich was: Zur Bundesgartenschau 2023 verbindet eine Seilbahn die beiden Ausstellungsgelände Luisenpark und Spinelli-Park.

Zur Bundesgartenschau 2023 knüpft die Stadt Mannheim an eine Tradition an. Eine Seilbahn des österreichischen Unternehmens Doppelmayr wird die beiden Ausstellungsgelände Luisenpark und Spinelli-Park verbinden.

Die Antriebsstation wird auf dem Spinelli-Gelände ungefähr da stehen, wo die US-Feuerwache war. Im Luisenpark steht die kleinere – Zielstation auf der Freizeitwiese beim Teehaus. (Foto: Doppelmayr)
Die Seilbahn überfliegt eine Strecke von 2040 Metern. Doppelmayr

1975 zur Bundesgartenschau schwebte ja schon mal so eine Art Seilbahn über Mannheim  - der Aero-Bus war damals eine Riesen-Attraktion.

Ausstellung zur Bundesgartenschau in Mannheim, unter anderem mit einem Modell des Aerobus  (Foto: SWR)
Ein Modell des Aerobus, der 1975 bei der Bundesgartenschau in Mannheim zum Einsatz kam

Die Seilbahn ist genau genommen nur gemietet. Die Buga-Gesellschaft kauft nur die Beförderungsleistung. Die Bahn war, wenn sie 2023 in Mannheim aufgebaut ist, vorher bei der Floriade Amsterdam-Almere 2022 in den Niederlanden im Einsatz. Danach soll sie woanders weiter genutzt werden.

Die Visualisierungen weichen natürlich von der späteren Realisierung ab. (Foto: MOJA Design GmbH )
Die Station im Spinelli-Park. Dort sitzt auch der Antrieb. MOJA Design GmbH

Doppelmayr/Garaventa hat den Sitz in Wolfurt in Vorarlberg in Österreich, mit Garaventa aber auch Schweizer Wurzeln. Doppelmayr ist Weltmarktführer im Seilbahnbau und hat bereits 15.100 Seilbahnen in aller Welt gebaut, nicht nur in den Alpen und den Rocky Mountains, sondern unter anderem auch im bolivianischen La Paz, wo die Seilbahn mit zehn Linien Nahverkehrsmittel ist.

Die Luisenpark-Station ist die etwas kleinere Zielstation ohne Motor. (Foto: MOJA Design GmbH )
Die Station im Luisenpark auf der Freizeitwiese beim Teehaus MOJA Design GmbH

Die Seilbahn ist umweltfreundlich, in Mannheim soll sie zudem mit Öko-Strom fahren. Trotzdem sind Seilbahnen manchmal umstritten, der langjährige Streit um die Seilbahn in Bad Dürkheim ist ein Beispiel. Günther Troy, Deutschland-Verantwortlicher bei Doppelmayr, kennt die Probleme und hat sie in einer Online-Präsentation offen angesprochen.

Doppelmayr hat auch die Seilbahn zur Koblenzer Bundesgartenschau gebaut. Fast sechs Millionen Fahrgäste hat sie dort während der Bundesgartenschau über den Rhein transportiert, und danach wollten die Koblenzer sie unbedingt behalten. Sie läuft heute mit einer Verfügbarkeit von 99,9 Prozent, sagt Günther Troy.

Die Koblenzer wollen sie unbedingt behalten nach der Bundesgartenschau (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Seilbahn in Koblenz ist weiter in Betrieb. Picture Alliance

Voraussichtlich keine Weiternutzung wie in Koblenz


Die Weiternutzung ist nach derzeitigem Stand in Mannheim nicht vorgesehen. Angedacht war zwischenzeitlich eine Seilbahn vom Luisenpark über den Neckar zum Hauptbahnhof oder nach Neckarau zur Hochschule. Laut Buga23-Geschäftsführer Michael Schnellbach wurde dieser Plan verworfen.

Wissenschaftliche Bewertung durch TU Darmstadt

Die zwischen 30 und 45 Meter hohen Masten der Seilbahn werden also wieder verschwinden. Was bleibt, ist eine wissenschaftliche Bewertung des Projekts. Zusammen mit der TU Darmstadt wird der Lebenszyklus der Bahn während der Buga 23 in Mannheim untersucht. Die Ergebnisse sollen weitere Projekte dieser Art voranbringen. Denn Seilbahnen sind möglicherweise ein Fortbewegungsmittel der Zukunft - siehe La Paz.

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