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In Heidelberg haben Mitglieder der Initiative "Seebrücke" für die Aufnahme von Geflüchteten aus dem griechischen Lager Moria demonstriert. Sie forderten, dass sich die Landesregierung mehr für Geflüchtete engagiert.

Die "Seebrücke Heidelberg" beteiligte sich mit der Demonstration am landesweiten Aktionstag der Initiative "Sicherer Hafen Baden-Württemberg". Auch in Freiburg, Reutlingen, Lörrach und Mannheim waren am Freitag Aktionen geplant.

Die Veranstaltung in Heidelberg begann mit einer Kundgebung an der Schwanenteichanlage. Im Anschluss startete von dort ein Demonstrationszug durch die Innenstadt bis zur Neckarwiese. Dort gab es noch eine Abschlusskundgebung.

Appell: Mehr als 1.500 Menschen aus Moria aufnehmen

Die Mitglieder der Seebrücke Heidelberg wollten mit der Aktion nach eigenen Angaben erreichen, dass sich die Landesregierung mehr für Geflüchtete aus dem griechischen Lager Moria und mehr für Schutzsuchende generell engagiert. Sie forderten ein neues Landesaufnahmeprogramm, wie es bereits 2015 - damals für Jesidinnen - beschlossen wurde. Außerdem solle die Landesregierung beim Bund auf die Aufnahme von mehr Asylsuchenden dringen.

"Angesichts der Situation in den griechischen Lagern müssen mehr Flüchtlinge aufgenommen werden. Deutschland kann das! Die Bundesrepublik ist der reichste Staat Europas."

Mia Lindemann von der "Seebrücke Heidelberg"

Dramatische Lage in Moria

Das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos war Anfang September bei einem Großbrand fast vollständig zerstört worden. Danach hatte die Bundesregierung zugesagt, rund 1.500 der Bewohner in Deutschland aufzunehmen. Die Demonstrierenden sehen diese Zahl als zu niedrig an.

Griechenland, Lesbos: Ein Kind sitzt in einem provisorischen Zelt entlang einer Straße welche von Moria nach Mytilene führt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Petros Giannakouris/AP/dpa)
Der Brand im Geflüchteten-Lager Moria Anfang September hat die Lage dort noch schwieriger gemacht picture alliance/Petros Giannakouris/AP/dpa

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