700 Dosen Johnson&Johnson-Impfstoff sollen im Heidelberger Stadtteil Emmertsgrund verabreicht werden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Gregor Fischer)

Zweiter Impftermin wird immer öfter verpasst

Impfschwänzer und Überangebot in Rhein-Neckar

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Immer mehr Impfschwänzer: Auch in der Rhein-Neckar-Region kommen viele nicht zu ihrem zweiten Impftermin, ohne ihn abzusagen. Dafür ist es so leicht wie nie, Impfstoff zu bekommen.

Ein fester Impftermin und niemand kommt. Im Neckar-Odenwald-Kreis fielen dadurch alleine am Samstag 88 Impftermine aus. Zwischen zehn und 15 Prozent der Termine werden inzwischen gar nicht oder nur sehr kurzfristig abgesagt. Das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) des Rhein-Neckar-Kreis befindet sich im Heidelberger Partick-Henry-Village. Dort fanden am vergangenen Wochenende von 150 fest vereinbarten Astrazeneca-Terminen nur 36 Impfungen tatsächlich statt. Warum immer weniger Menschen zu ihren Impfterminen kommen, ist unklar.

Warum schwänzen immer mehr Menschen ihren zweiten Impftermin?

Bei der Astrazeneca-Impfung könnte es an der neuen Empfehlung der ständigen Impfkommission liegen, die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen. Möglicherweise lassen sich die Menschen auch verstärkt bei den niedergelassenen Ärzten impfen. Doch genau weiß man nicht, warum die Impftermine ungenutzt bleiben, so ein Sprecher des Rhein-Neckar-Kreises.

Christoph Schulze ist ärztlicher Leiter des ZIZ. Er sagte dem SWR, dass die Zweitimpftermine derzeit möglicherweise mit der Urlaubsplanung kollidieren. Und ein falsches Sicherheitsgefühl viele davon abhält, zum Termin zu erscheinen.

"Eine andere Möglichkeit ist die derzeit niedrige Inzidenz, dass das eine falsche Sicherheit vermittelt."

Dabei sei es gerade jetzt wichtig, sich mit Blick auf die Delta-Variante auch die Zweitimpfung abzuholen, so Schulze.

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Mehr als genug Impfstoff in Rhein-Neckar

Generell gebe es derzeit mehr als genug Impfstoff, selbst bei den mRNA-Impfstoffen bestehe kein Andrang nach Terminen mehr, so ein Sprecher des Neckar-Odenwald-Kreises. Um die Impfdosen zu nutzen, bieten beide Landkreise an bestimmten Tagen Impfungen ohne Termin an.

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Rhein-Neckar-Kreis startet Portal "Impfhelden"

Die Zentren bitten die Bürgerinnen und Bürger dringend darum, bereits vereinbarte Impftermine frühzeitig abzusagen, wenn sie diese nicht wahrnehmen können. Denn sonst warte das Personal dort vergeblich und könne die Termine kurzfristig auch nicht anderweitig vergeben. Der Rhein-Neckar-Kreis hat für die spontane Vergabe von Impfterminen eigens ein Portal eingerichtet: "RNK-Impfhelden". Wer sich dort anmeldet, kann auch kurzfristig einen Impftermin bekommen.

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