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Der Bürgerentscheid im Neckargemünder Ortsteil Rainbach ist beschlossene Sache. Dort streitet eine Bürgerinitiative für die Zukunft des ehemaligen Lokals "Die Rainbach".

Ein weiterer Erfolg für die Bürgerinitiative in Rainbach: Der Neckargemünder Gemeinderat (Rhein-Neckar-Kreis) hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, den Bürgerentscheid im Ortsteil Rainbach zuzulassen. Er soll Ende September mit der Bundestagswahl stattfinden.

Bürgerentscheid im September

Konkret richtet sich der Bürgerentscheid gegen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, den der Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossen hatte. Auf Grundlage dieses Beschlusses plant der neue Eigentümer des Geländes, den historischen Bau des ehemaligen Lokals "Die Rainbach" abzureißen. Stattdessen sollen dort Mehrfamilienhäuser, ein Hotel und zwei Gaststätten errichtet werden.

Ehemalige Gaststätte "Die Rainbach"

Der kleine Ortsteil Rainbach am Fuß des Dilsberg gehört zu Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis). Das Restaurant "Die Rainbach" ist ein Lokal, in das zum Beispiel der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl (CDU) immer wieder einkehrte und auch Staatsgäste mitbrachte.

Investor setzt auf Lage - Bürgerinitiative wehrt sich

Allerdings steht das Ensemble mittlerweile seit acht Jahren leer. Deshalb will der Investor, der das Gelände gekauft hat, das alte Ensemble abreißen lassen und dort neu bauen. Gegen diesen Entwurf regt sich Widerstand. Formal will die Bürgerinitiative einen Bürgerentscheid erreichen, um die Abrisspläne zu verhindern. Genug Stimmen sind bereits zusammengekommen.

Rainbach (Foto: SWR)

Kritik nicht gegen Bebauung an sich

Inhaltlich wollen die Bürgerinnen und Bürger in Rainbach und Dilsberg nicht unbedingt die Bebauung an sich verhindern. Allerdings gefallen vielen die aktuellen Pläne nicht: Die Architektin hat im Auftrag eines Immobilienentwicklers ein Konzept entworfen, dass drei große schiffsrumpfartige Mehrgeschosser am Ufer vorsieht, eine Reminiszenz an die Geschichte des Ortes mit Schiffen. Wohnhäuser, ein kleines Hotel, zwei Gastronomiebetriebe. An einem der schönsten Flecken des Neckartals. Die Gegner sagen, der Entwurf passe nicht ins ländliche Gebiet. Der Investor ist anderer Meinung, für ihn gibt es keinen Unterschied zwischen Stadt und Land mehr - eine Sicht, die auf heftigen Widerstand stößt.

Warum sollte Gebäude-Ensemble erhaltenswert sein?

Aus Sicht der Investor-Gruppe, die das Gelände gekauft hat, nicht viel. Der Altbau steht einer Neuplanung im Weg. Der  Bürgerinitiative sind die Umbau-Pläne aber zu massiv und einschneidend. Besonders die historische Fassade des ehemaligen Lokals "Zum Neckartal" sei prägend für das Ortsbild und daher erhaltenswert.

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