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Es war ein spektakulärer Fall: Ende Juni überfällt ein Mann eine Bankfiliale in Ilvesheim, sperrt die Angestellten in den Tresorraum und droht, alle zu erschießen. Kommende Woche steht er vor Gericht.

Polizisten einer Spezialeinheit bewachen den Eingang der Bank (Foto: SWR, Susanne Bessler)
Polizisten einer Spezialeinheit bewachen den Eingang der Bank Susanne Bessler

Laut Landgericht Heidelberg wird dem 57-Jährigen Franzosen schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Er soll gegen sieben Uhr morgens einen Mitarbeiter der Bank in Ilvesheim (Rhein-Neckar-Kreis) abgepasst und ihm eine scharfe Schusswaffe ins Genick gedrückt haben. Er zwang den Mitarbeiter, die Tür zu öffnen.

Bankräuber flüchtet mit 30.000 Euro Beute

Als weitere Angestellte in der Filiale eintrafen, sperrte er sie in den Tresorraum. Laut Anklage sagte er ihnen mehrfach, er habe keine Geiselnahme vor, sondern werde die Mitarbeiter und sich selbst erschießen. Durch einen der Mitarbeiter ließ er sich aus einem Geldautomaten 30.000 Euro auszahlen. Danach flüchtete der Täter. Spezialkräfte der Polizei befreiten die fünf Angestellten gegen 10:40 Uhr. Die Waffe fanden sie in der Nähe der Bankfiliale. Der Täter hatte sie weggeworfen. Einen der Mitarbeiter soll der Täter durch Schläge und Tritte verletzt haben. Dass der Täter womöglich entkommen konnte, während die Polizisten bereits vor Ort waren, sorgte danach für Diskussionen.

Mutmaßlicher Täter noch am selben Abend festgenommen

Bereits am selben Abend wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Er war mit einem in Frankreich als gestohlen gemeldeten Fahrzeug unterwegs, das die Fahnder in der Nähe des Tatorts gesichtet hatten. Das Bargeld stellten die Ermittler im Fahrzeug des Mannes sicher.

Urteil im Januar erwartet

Das Gericht hat insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt und zwölf Zeugen sowie einen Sachverständigen geladen. Das Urteil soll am 9. Januar verkündet werden.

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