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Der Zementhersteller Heidelberg-Cement hat am Donnerstag zu seiner virtuellen Hauptversammlung eingeladen. Vor der Konzernzentrale protestierten mehr als 100 Aktivisten für mehr Klimaschutz.

Mit dem Slogan "Zukunft statt Zement" kritisieren die Aktivisten den angeblichen sozial-ökologischen Wandel als bloßes "Greenwashing" von Heidelberg-Cement. Das bedeutet, dass dem Unternehmen vorgeworfen wird, sich selbst öffentlich umweltfreundlicher und verantwortungsbewusster darzustellen, als es eigentlich ist.

Klimaaktivisten fordern Einhaltung von Menschenrechten

Mitglieder von Fridays for Future, Robin Wood, Extinction Rebellion oder auch des Verbands Kritischer Aktionärinnen waren vor Ort. Sie forderten weniger Umweltzerstörung und die Einhaltung von Menschenrechten entlang der Lieferketten. Ein Beispiel dafür sei der geplante Bau einer Zementfabrik des Tochterunternehmens in Indonesien. Der Schutz der indigenen Bevölkerung sei nicht gewährleistet, so die Aktivistinnen und Aktivisten. Der Konzern gehört zu den weltweit größten Baustoffherstellern.

Seit 2006 gibt es Proteste der lokalen Bevölkerung auf Java, die Menschen in Togo arbeiten unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Das sind Tochterunternehmen von Heidelberg-Cement. Und die ziehen sich komplett aus der Verantwortung."

Die Aktivisten werfen dem Zementhersteller vor, nach RWE das derzeit klimaschädlichste deutsche Aktien-Unternehmen zu sein. Zu der Demonstration waren rund 250 Teilnehmer angemeldet, mehr als 100 hatten sich bereits am Vormittag auf einer Wiese vor der Firmenzentrale in Heidelberg eingefunden.

Unternehmen bezieht nur indirekt Stellung

Eine detaillierte Stellungnahme von Heidelberg-Cement gab es am Donnerstag nicht. In der virtuellen Hauptversammlung bezog sich der Vorstandsvorsitzende Dominik von Achten auf das Thema Nachhaltigkeit.

"Ganz wichtig für unsere Zukunft ist das Thema Nachhaltigkeit und CO2. Mir ist persönlich ganz wichtig, dass wir uns nicht nur ambitionierte Ziele in diesem Bereich setzen, sondern sie vor allen Dingen auch erreichen. Es ist uns extrem wichtig, Vorreiter auf dem Weg zur CO2-Neutralität in unserer Branche zu sein. Darin setzen wir alle Energie."

Zweiter Protest in dieser Woche

Bereits am Mittwoch hatte es Proteste vor dem Heidelberg-Cement-Werk in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) gegeben. Die Aktivisten von "Extinction Rebellion" erklärten am Mittwoch, dass sich mehrere Protestierende an ein Holzgerüst vor dem Zementwerk gekettet hatten. Sie wollten mit ihrer Blockade und Redebeiträgen darauf aufmerksam machen, dass die Zement-Industrie aus ihrer Sicht massiv zur Klimakrise beitrage. Laut Polizei trugen alle Teilnehmer Masken und die Aktion verlief friedlich.

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