Laut Polizei waren ungefähr 100 Versammlungsteilnehmer am Donnerstag vor der GRN-Klinik. Dort befinden sich die Praxisräume Bodo Schiffmanns. Die Teilnehmer wollten gegen die polizeiliche Durchsuchung der Praxis protestieren. Der Mietvertrag für seine Praxisräume in den Sinsheimer GRN-Kliniken war dem Mediziner bereits im November gekündigt worden.
Verstöße gegen die Corona-Verodnung
Laut Polizei waren manche Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz erschienen. Auf Weisung des Ordnungsamts hätten einige von ihnen diesen dann noch aufgesetzt. Denen, die es verweigerten, sei ein Platzverweis erteilt worden.
Laut Polizei hatte eine Unterstützerin des Arztes am Mittwochabend beim Polizeirevier Sinsheim eine Versammlung für Donnerstagmorgen angemeldet. Die Versammlung dauerte etwa eine Stunde.
Verdacht: Falsche Atteste
Der Arzt soll der Querdenker-Gruppierung nahe stehen. Laut Polizei besteht gegen ihn der Verdacht, dass er falsche Atteste ausgestellt habe, um Patienten von der Masken-Pflicht zu befreien.
Laut Polizei und Staatsanwaltschaft haben die bisherigen Ermittlungen ergeben, dass die angeblichen Patienten teilweise mehrere hundert Kilometer von Sinsheim entfernt wohnen. Daher bestehe der Verdacht, dass sie tatsächlich nie durch den Beschuldigten untersucht worden seien.
Beweismaterial sichergestellt
Die Polizei stellte eigenen Angaben zufolge am Mittwoch und Donnerstag Beweismaterial in den Praxisräumen sicher. Das werde nun ausgewertet.
Die Heidelberger Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Herbst vergangenen Jahres. Schon im Oktober waren die Räume von Beamten durchsucht worden.
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