Ein Pfleger hält im Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Oliver Berg)

Infektionen in weiteren Pflegeheimen im Rhein-Neckar-Kreis

Corona-Ausbruch in Mannheimer Pflegeheim - fünf Senioren gestorben

STAND

In einem Pflegeheim in Mannheim-Neckarau hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Fünf Senioren sind gestorben, vier von ihnen waren ungeimpft. Weitere Corona-Ausbrüche gab es in Pflegeheimen im Rhein-Neckar-Kreis.

Stand Dienstagmorgen (2.11.21) waren laut Pflegeheim-Betreiber "BeneVit" (Sitz in Mössingen, Kreis Tübingen) in der Mannheimer Einrichtung noch 23 Bewohner infiziert. Jeder Bewohner, der wegen des Corona-Virus sterbe, sei "für uns ein Todesfall, der nur schwer auszuhalten ist", so "BeneVit".

Angepasste Coronaregeln in Krankenhäusern und Pflege-Einrichtungen

Die Stadt Mannheim teilte am Mittwoch mit, es gab zuletzt (Stand 2.11.21) insgesamt 114 positiv getestete Fälle in vier Senioren- und Pflegeheimen in der Stadt (76 Bewohnerinnen und Bewohner, 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Eine Sprecherin teilte schriftlich mit, in den Pflege-Einrichtungen und in den Krankenhäusern gälten seit 30.10.21 neu angepasste Corona-Regeln.

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Gesundheitsamt Mannheim fragt Einrichtungen wegen Boosterimpfungen an

Zur Frage der dritten Auffrischungs-Impfung ("Booster-Impfung") teilte die Sprecherin mit, die Zuständigkeit liege bei den niedergelassenen Ärzten, die in den Einrichtungen die Bewohner, beziehungsweise Patienten betreuen. Derzeit frage das Gesundheitsamt bei allen Pflegeeinrichtungen an, "um mögliche Impf-Bedarfe zu erfragen und gegebenenfalls alternative Angebote mit den mobilen Impfteams zu schaffen, falls es von Seiten der Ärzteschaft noch Lücken in der Umsetzung gibt."

"Die Frage, ob wir das hätten verhindern können, bleibt unbeantwortet und steht doch unausgesprochen im Raum. Den Angehörigen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl"

Den 23 Bewohnern der Einrichtung in Mannheim-Neckarau sei es relativ gut gegangen, so der Pflegeheim-Betreiber, sie würden in den kommenden Tagen aus der Quarantäne entlassen. Am Dienstagnachmittag befanden sich den Angaben zufolge noch elf Bewohner und zehn Mitarbeiter in Quarantäne.

Ursprung des Ausbruchs in Mannheimer Pflegeheim unklar

Wie das Corona-Virus ins Pflegeheim kam? Der geschäftsführende Gesellschafter von "BeneVit", Kaspar Pfister, sagte dem SWR, dazu gebe es nur Vermutungen: Entweder durch einen zweifach geimpften Angehörigen, der sich beim Besuch des Hauses nicht testen ließ, oder das Virus sei durch einen ungeimpften Mitarbeiter ins Haus gekommen.

Acht Bewohner der Einrichtung in Mannheim-Neckarau liegen aktuell laut "BeneVit" mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus. Seit Ende vergangener Woche (28.10.21) seien keine neuen Infektionen bei den Bewohnern festgestellt worden. Von den infizierten Mitarbeitern gelten seit Dienstag 19 als genesen.

Fast alle Infektionen entstehen laut "BeneVit" durch Ungeimpfte

Der Betreiber warnte in einer Mitteilung, das Infektionsrisiko bei ungeimpften Personen sei wegen der Delta-Variante "immens". Fast alle Infektionen entstünden bei "BeneVit" direkt oder indirekt "durch ungeimpfte Personen."

Eine Frau und eine Pflegerin im Altenheim (Foto: SWR, SWR)
Corona im Pflegeheim (Archivbild) SWR

Pflegeheim-Betreiber fordert Impfpflicht für Pflegekräfte und neue Bewohner

Kaspar Pfister, geschäftsführender Gesellschafter der BeneVitGruppe, äußerte sich besorgt hinsichtlich der Impfquote in Deutschland und forderte eine "Impfpflicht für alle in der Pflege Tätigen und eine Impfpflicht für Bewohner, die in Senioreneinrichtungen neu aufgenommen werden."

Pflegeheim-Betreiber hat Schutzmaßnahmen erhöht

Die Schutzmaßnahmen wurden laut Pfister vor zwei Wochen in allen BeneVit-Einrichtungen erhöht. Alle Mitarbeiter werden demnach täglich vor Arbeitsbeginn getestet, es gelte eine FFP2- Masken-Pflicht für alle, nur für dreifach Geimpfte sei der medizinische Mund-Nasen-Schutz zulässig. Jeder Besucher werde im Haus getestet und trage eine FFP2-Maske, auch hier sei für dreifach Geimpfte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes möglich. Die Bewohner würden täglich getestet, nach der Drittimpfung zwei Mal pro Woche.

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SWR