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Über 30 Athletinnen und Athleten aus der Rhein-Neckar-Region treten bei den Olympischen Spielen in Tokio an. Ob sie am Ende Edelmetall gewinnen? Der Leiter des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar im SWR-Interview.

Die Spitzensportler aus der Region sind in Japan als "Team Tokio" des Olympiastützpunkts der Metropolregion Rhein-Neckar am Start.

Die Olympischen Spiele beginnen am 24. Juli und enden am 9. August 2021.

Auch die paralympischen Athletinnen und Athleten stehen bereits in den Startlöchern, um an den am 25. August beginnenden Paralympics teilzunehmen.

Daniel Strigel, Leiter des Olympiastützpunkts der Metropolregion Rhein-Neckar, über Corona-Fälle im Olympischen Dorf, Medaillenchancen und das fehlende Publikum.

SWR Aktuell: Die meisten Athletinnen und Athleten aus dem Team Tokio sind ja schon in Japan angekommen – wie geht’s denen jetzt?

Daniel Strigel: Ja, die meisten sind vor Ort, manche reisen in den nächsten acht Tagen an, denn die Olympischen Spiele starten zwar jetzt, aber dauern ja 14 Tage und manche Wettkämpfe sind später. Wir haben ein bisschen Kontakt, wenns noch was zu regeln gibt, sonst aber nicht. Es ist also alles in Ordnung und scheint sehr gut organisiert zu sein. Es scheint aber auch nicht zu nervig zu sein mit den Pandemie-Beschränkungen. Also alles den Umständen entsprechend.

SWR Aktuell: Stichwort: Pandemie-Beschränkungen. Es gibt ja inzwischen über 70 Corona-Infektionen im Olympischen Dorf. Wie geht man vor Ort damit um?

Daniel Strigel: Dort sind ganz strenge "Bubbles" (Blasen) für die Athleten gemacht, wie man so schön sagt. Also, auch wenn es da jetzt eine kleine Anzahl positiver Corona-Fälle gibt: Man muss ja sehen, dass im olympischen Dorf etwa 15.000 Personen untergebracht sind. Dann ist das ein relativ kleiner Anteil. Und diese Fälle sind ja auch isoliert. Und selbst wenn nicht: Es gibt ja keinen Kontakt.

SWR Aktuell: Ist es denkbar, dass die Spiele doch noch abgesagt werden, wenn sich die Zahl der positiven Corona-Fälle weiter erhöht?

Daniel Strigel: Nein, sowas nehme ich nicht ernst, weil das (Schutz-) Konzept sehr überzeugend ist. Und ob jetzt Olympische Spiele in Tokio sind oder nicht, ist nach meinem Eindruck für die Bevölkerung vor Ort und für das Infektions- und Pandemie-Geschehen vor Ort nahezu unerheblich, weil es keinen Kontakt gibt.

Das Foto zeigt die leeren Ränge des Olympia-Stadions in Tokio (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/AP | Eugene Hoshiko)
Zuschauer müssen coronabedingt bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio draußen bleiben picture alliance/dpa/AP | Eugene Hoshiko

SWR Aktuell: Es gibt ja pandemiebedingt auch kein Publikum. Können die Athletinnen und Athleten da so ganz ohne Stimmung im Stadion über sich hinauswachsen und Höchstleistungen bringen?

Daniel Strigel: Man muss berücksichtigen, dass die meisten olympischen Sportarten auch im Rahmen von Weltmeisterschaften zuletzt auch ohne Zuschauer stattfanden. Bei Badminton und Tischtennis – da gibt’s selten eine große Zuschauerkulisse. Das ist für viele Athleten also die übliche Situation. Also im Prinzip sollte jeder Athlet es gewohnt sein, vor wenig bis keinen Zuschauern Topleistungen zu bringen.

Malaika Mihambo in Vorbereitung auf einen Sprung (Foto: SWR)
Eine Athletin mit berechtigten Medaillenhoffnungen: Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo aus Oftersheim

SWR Aktuell: Welchen Athletinnen und Athleten aus der Rhein-Neckar-Region trauen Sie in Tokio eine Medaille zu?

Daniel Strigel: Eine typische Medienfrage (lacht). Man will dort seine persönliche Bestleistung abrufen. Die meisten, die jetzt in Tokio sind, sind top-gesund, nur manche haben leichte Blessuren. Also die Chancen, dass dort fast jede und jeder seine persönliche Bestleistung abruft, sind sehr hoch. Was dann am Ende für eine Platzierung rauskommt, hängt ja auch immer von den Konkurrenten ab. Und das kann ich als Athlet gar nicht beeinflussen. Insofern brauche ich über Platzierungen oder Medaillen gar nicht nachdenken.

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