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Nutrias, die auch Biberratten genannt werden, sorgen am Roberner See bei Fahrenbach im Neckar-Odenwald-Kreis für Probleme. Menschen sind daran nicht ganz unschuldig.

Für die einen sind sie "Iiiihh", für die anderen "Ach, wie süß!" . Die Rede ist von Nutrias, auch Biberratte oder Schweifratte genannt. Im Wasser sieht ein Nutria aus wie ein Biber, an Land dann eher wie eine gigantische Ratte. Und man sieht sie immer öfter an Seen und Flüssen, inzwischen sogar im Neckar-Odenwald-Kreis.

"Nichts am See zu suchen"

Forstmann Frank Philipp von der Stiftung Schönau ist nicht begeistert. Seiner fachmännischen Einschätzung nach haben Nutrias am Roberner See nichts zu suchen. Sie kommen aus Südamerika und wurden in Zuchtfarmen zur Fellgewinnung gehalten. In den 1920er Jahren sind einige Exemplare entwichen und haben sich kräftig in Deutschland verbreitet.

Nutria am Roberner See (Foto: Stiftung Schönau)
Die Nutrias fühlen sich am Roberner See im Neckar-Odenwald-Kreis ziemlich wohl Stiftung Schönau

Eine invasive Art

Die Nutrias sind damit invasive Arten, andere einheimische Arten würden darunter leiden, sagt Philipp, zum Beispiel Pflanzen, die von den Nutrias weggefressen werden, das ökologische Gleichgewicht des Sees wird dann gestört. Ihre weitverzweigten unterirdischen Höhlen untergraben langfristig den Boden. Wie viele Nutrias sich im See tummeln, ist nicht genau bekannt, aber bis heute seien es noch nicht allzu viele, sagt Frank Philipp, deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu handeln.

Die können auch beißen

Allerdings füttern einige Besucher Nutrias. Im Internet sind solche Filmchen zu finden. Dort ist zu sehen, wie die rund zehn Kilo schweren Tiere an Land watscheln und Besuchern aus der Hand fressen. Altes Brot und Kuchenreste, altes Obst und Gemüse sollten aber nicht im See landen. Das Futter gefährde Wasservögel. Nutrias sollten auch aus einem anderen Grund nicht gefüttert werden, denn - so Frank Philipp - die können beißen.

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