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Hunderte ausländische Prostituierte arbeiten im Rhein-Neckar-Kreis. Jetzt sind die Bordelle wegen des Corona-Virus dicht, die Frauen geraten in eine prekäre Lage. Die Diakonie will jetzt einen Hilfsfonds auflegen.

Der geplante Nothilfe-Fonds richtet sich an Prostituierte aus dem Ausland, die in Deutschland arbeiten, aber nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können. Da durch die Kontaktsperre im Rahmen der Corona-Krise Bordelle geschlossen wurden, leiden viele unter Existenzängsten.

Rund 1.000 Betroffene in der Region

Nach Angaben der Diakonie Baden gibt es in der Rhein-Neckar-Region rund 1.000 Frauen, die im Prostitutionsgewerbe arbeiten und von den Auswirkungen der Corona-Maßnahmen betroffen sind. Allein in Mannheim sind 200 Prostituierte offiziell gemeldet.

Kein Geld für die Miete

Nach Auskunft der Mannheimer Beratungsstelle für Prostituierte "Amalie" erlauben einige Bordellbetreiber den Frauen, kostenfrei in den Zimmern der Laufhäuser zu wohnen. Andere müssten jedoch weiterhin zwischen 100 bis 170 Euro für das Zimmer zahlen, und zwar täglich, obwohl sie keine Einkünfte haben.

Nothilfefonds noch nicht eingerichtet

Laut der Beratungsstelle steht angemeldeten Prostituierten zwar Hartz IV zu, aber viele wissen nicht, wie man es beantragt. Bis der Nothilfefonds zur Verfügung steht, wird es aber noch etwas dauern - die entsprechenden Gelder müssten erst noch bereitgestellt werden, heißt es von Seiten der Diakonie.

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