STAND

Der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo soll am 15. August beim Open-Air-Festival in Ladenburg (Rhein-Neckar-Keis) auftreten. Doch das wollen die Grünen im Gemeinderat verhindern - wegen der jüngsten Vorwürfe gegen Naidoo.

Wenn es nach den Grünen, aber auch der SPD und der Ladenburger Initiative gegen Rechts geht, dann wird der Mannheimer Sänger am besten wieder ausgeladen. Grund sind seine jüngsten Äußerungen in einem Video. Der Sänger spricht erneut von Deutschland als unsouveränem Land und spricht dem Parteiensystem die Rechtmäßigkeit ab.

Der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo Picture Alliance

Auch der Ladenburger Bürgermeister Stefan Schmutz wertet Naidoos Äußerungen als politisch inakzeptabel. Allerdings habe man keine formale Handhabe, seinen Auftritt als Musiker zu verhindern - das könne nur der Veranstalter entscheiden. Naidoo hatte den Bürgermeister daraufhin als "faschistoid" bezeichnet.

RTL wirft Naidoo aus DSDS-Jury

Zuletzt hatte der Fernsehsender RTL den Sänger aus der Jury der Sendung "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) geworfen, nachdem ein Video aufgetaucht war, in dem er ein Lied mit umstrittenen Textzeilen singt: "Ich hab' fast alle Menschen lieb, aber was, wenn fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt, dann muss ich harte Worte wählen. Denn keiner darf meine Leute quälen."

Auf Facebook hatte Naidoo danach geschrieben, seine Aussagen seien absolut falsch interpretiert worden. Zu den Hintergründen und der Entstehung des Videos äußerte er sich aber nicht. Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit seien ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußere. "Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander", wurde der Sänger dort zitiert.

Naidoo fiel immer wieder durch umstrittene Aussagen auf

Der Sänger stand schon in der Vergangenheit mehrfach wegen Äußerungen in der Kritik. Am Tag der Deutschen Einheit 2014 sprach er in Berlin bei einer Demonstration sogenannter Reichsbürger, die die staatliche Ordnung in Deutschland ablehnen. Naidoo betonte später, dass er mit den Reichsbürgern nichts zu tun habe.

Im Jahr darauf nominierte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) den Sänger für den Eurovision Song Contest (ESC). Nach heftiger Kritik zog der Sender die Entscheidung zurück. Naidoo hatte sich gegen die Kritik gewehrt: "Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander", wurde er damals vom NDR zitiert.

Rechtspopulistische Liedtexte?

Im Lied "Marionetten" der Söhne Mannheims (2017), das Naidoo geschrieben hatte, werden unter anderem Volksvertreter als "Volks-in-die-Fresse-Treter" bezeichnet. Ihm wurde vorgeworfen, rechtspopulistische Töne anzuschlagen. Naidoo rechtfertigte den Text als "zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen".

STAND
AUTOR/IN