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Das Museumsschiff "Mannheim" auf dem Neckar war schon so gut wie abgeschrieben. Das Technoseum wollte sein größtes und teuerstes Exponat nicht weiter betreiben. Doch jetzt gibt es neue Pläne.

Das Land und die Stadt wollten die erheblichen Sanierungskosten und die jährlichen Kosten von rund 250.000 Euro des nicht fahrbereiten, fest vertäuten Schiffes nicht mehr tragen - und damit waren die Kosten auch den Verantwortlichen des eben von Land und Stadt finanzierten Technoseums zu viel. 2018 wurde das Museumsschiff deshalb komplett stillgelegt. Abwracken oder an ein Schifffahrtsmuseum außerhalb von Mannheim abgeben - das waren die Pläne.

Verein kämpft für den Schaufelraddampfer

Doch jetzt soll ab 2021 ein 60 Mitglieder starker Mannheimer Verein, die Gesellschaft zur Förderung des Deutschen Rheinschifffahrtsmuseums, die Sanierung und den Weiterbetrieb des 90 Jahre alten Schaufelraddampfers übernehmen. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Sanierung rund 2 Millionen Euro kosten soll. Andere Kostenvoranschläge gingen sogar noch höher. Doch darüber gab es dann - zum Glück für die Mannheim - erhebliche Meinungsverschiedenheiten.

Das Museumsschiff  (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Eberhard Reuß

Es geht auch eine Nummer kleiner

Liebhaber des Schiffes wie der Mannheimer Unternehmer Rolf Götz und die Mannheimer SPD-Politikerin Helen Heberer kümmerten sich. Es geht auch eine Nummer kleiner. Jetzt liegt ein günstigeres Angebot vor - für 500.000 Euro gibt es einen neuen Anstrich und eine grundlegende Sanierung. Der alte Schaufelraddampfer bleibt also voraussichtlich auf dem Neckar, ehrenamtliche Helfer sollen ihn betreiben, ein Restaurant auf dem Schiff Gäste anlocken.

Zuschüsse von allen Seiten

Vor diesem neuen Hintergrund sicherte die Stadt Mannheim 100.000 Euro zu, das Land Baden-Württemberg 50.000 Euro und das Technoseum 250.000 Euro. Vom Bund kommen 300.000 Euro, die auch für die Einrichtung und den Betrieb der neuen Dauerausstellung verwendet werden sollen.

Schlüssiges Betriebskonzept gefordert

Aber noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Der Schenkungsvertrag ist noch nicht abgeschlossen. Vorher muss ein schlüssiges Betriebskonzept vorliegen, damit der Betrieb dauerhaft gesichert ist. Wenn alles klappt, soll das Schiff im Frühjahr 2021 auf die Werft und im Herbst 2021 wieder in neuem Glanz im Wasser liegen.

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