Flucht vor Krieg

Mosbacher Gemeinde unterstützt Geflüchtete aus der Ukraine

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Seit Tagen fliehen unzählige Menschen aus der Ukraine nach Europa. Eine Mosbacher Gemeinde hat nun flüchtende Frauen und Kinder geholt und bei sich aufgenommen.

Im Haus der Glaubensgemeinschaft "Reformadventisten" in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) stapeln sich Kleider und Schuhe in allen Größen, Matratzen und Decken. Im Eingangsbereich stehen Kindersitze. Der Kühlschrank ist voller Lebensmittelspenden. Anfang der Woche haben die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft entschieden: Sie bieten Frauen und Kindern, die aus der Ukraine auf der Flucht sind, eine Unterkunft.

Zwei von Ihnen sind Elena und Natalya. Die beiden Frauen sind mit ihren Kindern aus der Ukraine geflohen: Zuerst mit dem Zug an die polnisch-ukrainische Grenze, dann weiter nach Breslau. Dort wurden sie mit Autos abgeholt und nach Mosbach gebracht.

"Ich hatte eine Stunde Zeit, mich zu entscheiden und Koffer zu packen"

Elena und Natalya kommen aus der Stadt Kriviy Rih im Süden der Ukraine. Nachts habe der Himmel in der Ferne von den Bombeneinschlägen rot geleuchtet, erzählen sie. Die Front war da 30 Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernt.

Ein Mitglied der Gemeinde hat Familie in der Ukraine. Reformadventisten verweigern aus Glaubensgründen Kriegsdienst. "Die Bibel sagt, man soll gutes tun. In diesem Fall war es nicht mehr die Frage, ob wir helfen, sondern nur noch wie können wir helfen", sagt Miquel Cabrera von der Glaubensgemeinschaft.

Schnelle Hilfe, viele Spenden

In den vergangenen Tagen ging alles schnell: Am Samstag erfuhren die Mosbacher, dass sich Frauen und Kinder mit dem Zug auf den Weg machen, Montag früh waren Autos organisiert und es ging los, Montagnacht waren in dem Haus dann 35 Frauen und Kinder zu Gast. Die Gemeinde wurde mit Sachspenden überhäuft. "Wir haben inzwischen einen Annahmestopp. Wir müssen die ganzen Kleider nun erstmal sortieren" sagt Miquel Cabrera.

Im Moment ist es im Haus in Mosbach ruhiger, die meisten Frauen sind weiter zu Verwandten in Deutschland oder Italien gereist. Doch die Mosbacher Helferinnen und Helfer sind schon wieder auf dem Weg, die nächsten abzuholen. Natalya und Elena würden am liebsten so schnell wie möglich wieder zurück nach Hause. "Wir wissen aber gar nicht, ob es dieses Zuhause dann noch gibt", sagt Elena.

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