Das Landgericht Mannheim von außen (Foto: SWR)

Prozessauftakt vor dem Landgericht Mannheim

Zeugin im Mordprozess ohne Erinnerung

STAND

Ein 33-Jähriger muss sich seit Mittwoch wegen Mordverdachts vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Der Angeklagte schilderte die Tat anders als die Staatsanwaltschaft.

Der Geschädigte hatte 13 Knochenbrüche und viel Blut im Bauchraum, das zitierte die Staatsanwaltschaft aus den Akten der Obduktion. Der Mann starb an seinen Verletzungen.

Tathergang laut Staatsanwaltschaft

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft mit massivster Gewalteinwirkung auf sein 39-jähriges Opfer eingeschlagen und eingetreten haben. Aus Eifersucht, weil der Mann in der Wohnung seiner ehemaligen Partnerin war. Er soll den ihm fremden Mann aufgefordert haben, die Wohnung zu verlassen. Als der aber blieb, soll der Angeklagte ohne Vorwarnung brutal zugeschlagen haben.

Angeklagter schildert die Tat anders

Der Angeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht Mannheim (Foto: SWR)
Der mutmaßliche Täter im Mordprozess vor dem Landgericht Mannheim bestreitet eine Tötungsabsicht

Der 33-jährige Angeklagte schilderte den Abend der Tat im März vor Gericht anders. Der Mann sei bereits zuvor von anderen verprügelt worden. Die beiden Männer und die Frau sollen dann gemeinsam Alkohol getrunken haben. Es sei zu einer "Rauferei" gekommen, so der Angeklagte, und er habe zwei- oder dreimal zugeschlagen und getreten - jedoch nicht brutal. Danach seien alle drei schlafen gegangen. Der 39-Jährige habe zu diesem Zeitpunkt noch gelebt. Am nächsten Morgen habe er den Mann tot aufgefunden.

"Ich hatte nicht im Sinn, irgendwelches Leid zuzufügen."

Während der Verlesung der Anklageschrift wirkte der 33-Jährige entspannt. Er saß lässig auf seinem Stuhl und sprach mit ruhiger Stimme.

Ex-Partnerin als Zeugin

Die ehemalige Partnerin des Angeklagten, in deren Mannheimer Wohnung der 39-Jährige starb, sagte zu Prozessbeginn als Zeugin aus. Sie wirkte verstört und zitterte. Von den Schlägen und Tritten habe sie nur wenig mitbekommen, da sie zu betrunken gewesen sei. Sie habe in der Nacht lediglich verbale Auseinandersetzungen gehört. Bevor sie den Gerichtssaal wieder verließ, sagte sie zum Angeklagten: "Alles Gute. Ich lieb' dich."

Spuren verwischt?

Das Gericht muss jetzt klären, ob Spuren verwischt wurden. Die Polizei fand Kleidung und Schuhe des Angeklagten in der Waschmaschine. Der Angeklagte und seine Ex-Partnerin konnten das nicht erklären.

So geht es beim Prozess in Mannheim weiter

Das Landgericht hat fünf weitere Verhandlungstermine angesetzt. Der letzte Verhandlungstag ist für den 5. Oktober vorgesehen.

Heidelberg

55-Jähriger steht vor dem Landgericht Heidelberg Prozess wegen versuchten Totschlags nach Beil-Angriff in Wiesloch

Ein 55 Jahre alter Mann muss sich am Landgericht Heidelberg wegen versuchten Totschlags verantworten. Er hat laut Anklage mit einem Beil auf ein anderen Mann eingeschlagen.  mehr...

Heidelberg

Nach Explosionen in Eppelheim und Neckarsulm Paketbomben-Serie: Mann kommt vor Heidelberger Landgericht

Der mutmaßliche Versender von Paketbomben aus Ulm muss sich bald vor dem Heidelberger Landgericht verantworten. Der Mann soll die Explosionen in Eppelheim und Neckarsulm herbeigeführt haben.  mehr...

Mannheim

Schwerer Bandendiebstahl Falsche Dachdecker vor Mannheimer Landgericht

Wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls müssen sich drei Angeklagte vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Sie sollen sich als Dachdecker ausgegeben haben.  mehr...

STAND
AUTOR/IN