Vor dem Mannheimer Schloss ist die erste "Mobilstation" vorgestellt worden. E-Scooter können hier ausgeliehen und abgestellt werden.

Für mehr Ordnung und umweltgerechtere Fortbewegung

Ende des E-Scooter-Chaos: Mannheim eröffnet "Mobilstationen"

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Martina Senghas
Nicolas Stauder
Autor Nicolas Stauder
Sarah Hennings
Sarah Hennings, SWR-Regionalstudio Mannheim

In den Mannheimer Quadraten sind am Mittwoch drei sogenannte "Mobilstationen" eröffnet worden. Sie sollen unter anderem das Park-Chaos mit E-Scootern - also elektrischen Tretrollern - beenden.

Die drei "Mobilstationen" sind am Mittwochnachmittag in der Mannheimer Innenstadt offiziell vorgestellt worden. Sie befinden sich am Schloss, am Rathaus und am Stadthaus. Der Ausleihvorgang für Tretroller mit Hilfe von GPS kann künftig nur noch in diesen Zonen begonnen und beendet werden. Diese Regelung gilt im Umkreis der Stationen von gut 200 Metern. Heißt: Wer in diesen Bereichen einen E-Roller ausleihen oder abgeben möchte, muss dies ab sofort in den eingerichteten Parkzonen machen - ansonsten fallen zusätzliche Kosten an. Außerhalb dieser Zonen dürfen die E-Scooter wie bisher an jedem beliebigen Ort abgestellt werden.

Weitere Parkzonen für E-Scooter in Mannheim sollen kommen

Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, sollen drei weitere Parkzonen dieser Art folgen. Und zwar am Plankenkopf, am Bahnhofsvorplatz "Willy-Brandt-Platz" und im Mannheimer Stadtteil Lindenhof. Wann genau diese Zonen eingerichtet werden, sei aber noch unklar.

In Mannheim sind die ersten "Mobilstationen" vorgestellt worden. E-Scooter können hier ausgeliehen und abgestellt werden.
In Mannheim sind die ersten "Mobilstationen" vorgestellt worden. E-Scooter können hier ausgeliehen und abgestellt werden.

E-Scooter, Leihfahrräder und Car-Sharing an einem Ort

An den entsprechenden Stellen gibt es außerdem auch Angebote für Leihräder und Car-Sharing. Außerdem liegen sie alle in direkter Nähe zu Bussen und Straßenbahnen. Denn neben dem Ziel, störende Tretroller aus dem Stadtbild zu entfernen, geht es insgesamt darum, Mobilitätsangebote besser zu verknüpfen und zu einer umweltgerechteren Fortbewegung in Mannheim beizutragen. Zu erkennen sind die "Mobilstationen" durch das Logo des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) und eine Informationssäule.

Einweihung mit mehreren Bürgermeistern

Am Mittwochmittag sind die "Mobilstationen" durch Oberbürgermeister Christian Specht (CDU), den für Verkehrsplanung zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer (SPD) und Sicherheitsdezernent Volker Proffen (CDU) gemeinsam mit dem VRN eingeweiht worden. Specht machte auf die bisherige Situation aufmerksam: Viele E-Scooter stünden bislang überall - verteilt im gesamten Stadtgebiet, auch auf den Gehwegen. Dies sei vor allem ein Problem für Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Auch sehe es unordentlich aus.

Das ist eine große Plage für die Städte.

Durch die neuen "Mobilstationen" soll nun wieder ein wenig Ordnung in Mannheim einkehren. Die Stadt würde diese Parkzonen in der gesamten Stadt begrüßen. Der Bund aber habe den E-Scooter-Anbietern erlaubt, dass Kunden die E-Scooter überall abstellen dürfen.

Wir würden uns aber wünschen, mit Sondernutzungserlaubnissen auch flächendeckend solche 'Mobilitätsstationen' einrichten zu können.

Gefördert wird das Projekt vom Bund durch das Stadtentwicklungsprogramm "FutuRaum".

Badischer Blinden- und Sehbehindertenverein begrüßt "Mobilstationen"

Vor allem für mobilitätseingeschränkte Menschen können falsch abgestellte E-Scooter ein Problem werden. Beispielsweise können Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen können, E-Scooter oft nicht rechtzeitig erkennen, sagt Karlheinz Schneider, der Vorsitzende des Badischen Blinden- und Sehbehindertenvereins, dem SWR. Durch die neuen Zonen könnten Unfälle zukünftig vermieden werden. Die neuen "Mobilstationen" seien ein guter Schritt in die richtige Richtung, so Schneider weiter.

Wir müssen sehen, wie das Ganze in der Praxis umgesetzt wird. Aber das ist zunächst mal ein Versuch und ein Anfang vor allem in der Innenstadt, wo das Problem relativ groß ist.

In Heidelberg sind Parkflächen für E-Scooter Anfang 2024 geplant

In Heidelberg plant man ähnliche Maßnahmen zu ergreifen wie in Mannheim. Hier soll es ausgewiesene Parkflächen für E-Scooter ab Anfang des kommenden Jahres geben. Das hat der Gemeinderat Mitte Dezember entschieden. Die bisherige Praxis sei nicht mehr vertretbar, so Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos). Die Tretroller brächten vor allem ältere Leute zum Stürzen und landeten manchmal sogar in Feldern und richteten dort Schaden an.

Also wir wollen das System ändern, und sagen: 'Ja, ihr könnt E-Scooter gerne nutzen, aber nur, wenn ihr sie an bestimmten Stellen abholt und an bestimmten Stellen wieder abstellt.'

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