Prognose des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung

ZEW rechnet mit Migrationsschub aus Russland

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Der Krieg in der Ukraine führt wohl dazu, dass immer mehr Menschen aus Russland fliehen werden. Das sagt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) voraus.

Die Außenfassade des ZEW (Foto: SWR)
Das ZEW in Mannheim rechnet mit einem Migrationsschub aus Russland

Als Gründe für den zu erwartenden Migrationsschub nennt das Forschungsinstitut die eingeschränkte Meinungsfreiheit, die Angst vor politischer Verfolgung und dem Einzug zum Militätdienst sowie die schlechten ökonomischen Perspektiven.

Deutschland kann attraktiv werden für russische Zuwanderung

Derzeit sei zu beobachten, dass die Zahl der russischen Zuwanderer vor allem im Kaukasus, Zentralasien und der Türkei rasant ansteigt. Deutschland ist laut ZEW bisher nicht betroffen, kann aber attraktiv werden in Zukunft.

"Aufgrund der starken wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland in der Vergangenheit und der ausgeprägten russischen Diaspora [...] könnte Deutschland für Russinnen und Russen mittel- bis langfristig als Zielland an Bedeutung gewinnen."

Voraussichtlich kommen gut gebildete Menschen

Der Unterschied zu den derzeitigen russischen Migrantinnen und Migranten und den Geflüchteten aus der Ukraine bestehe darin, dass die zu erwartende russische Auswanderungsgruppe überdurchschnittlich gut gebildet sei und über Fremdsprachenkenntnisse verfüge. Als Beispiel nennt das ZEW IT-Spezialisten und -Spezialistinnen.

ZEW empfiehlt, sich auf russische Zuwanderung vorzubereiten

Die Politik sollte sich nach Ansicht des Forschungsinstituts schon jetzt mit einer Strategie zur Aufnahme russischer Migranten beschäftigen. Es sei zu vermuten, dass es sie dorthin zieht, wo bereits russische Staatsangehörige leben, also vor allem in Großstädten wie Berlin, Hamburg und München.

Hinzu kommt das Netzwerk an Spätaussiedlerinnen und -aussiedlern. Diese sind nach Angaben des ZEW gleichmäßig über ganz Deutschland verteilt.

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