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Der Petitionsausschuss des Landtags hat sich am Freitag über den geplanten Bau des Radschnellwegs von Mannheim über Viernheim, Weinheim und weiter nach Darmstadt informiert. Bürger wollen die Trasse verhindern, weil sie durch ein Landschaftsschutzgebiet führt.

Es war eine sehr effektive und konstruktive Diskussion. Gleich zu Beginn der Veranstaltung machte der Vorsitzende des Petitionsausschuss, der FDP- Landtagsabgeordnete Stephen Brauer, klar, dass es diese Petition streng genommen noch gar nicht geben dürfte.

Der Grund: Es gibt noch kein Planfeststellungsverfahren - und das wäre dafür die Voraussetzung. Ungültig, sagte Brauer, sei die Petition dadurch aber nicht. Sie werde in die Planfeststellungs-Phase hinübergerettet.

Radschnellweg Feudenheimer Au (Foto: SWR)
Der Radschnellweg könnte für einige Schrebergärten das Aus bedeuten

Stadt verteidigt Pläne

Im Rahmen der Veranstaltung erläuterte die Stadt, warum der Radschnellweg durch das Landschaftsschutzgebiet Feudenheimer Au aus ihrer Sicht alternativlos ist: Es sei die einzige Variante, die dafür sorgen könne, die Bewohner der Stadtteile Feudenheim, Wallstadt, Vogelstand, Käfertal und künftig auch Spinelli und Franklin aufs Rad umsteigen zu lassen.

Gegner tragen Argumente vor

Hans Jürgen Hiemenz sieht das anders. Er ist einer derjenigen, die die Petition unterstützen und stellte noch einmal seine Sicht der Dinge dar. Er erklärte, der Radschnellweg sei mit rund 6,1 Millionen Euro zu teuer, nicht umweltverträglich und bedeute das Aus für einige Kleingärtner. Außerdem würden zu viele Steuergelder für zu wenige Radler ausgegeben.

Alternative Trasse

Die Gegner schlagen statt der von der Stadt geplanten Trasse eine Variante außerhalb des Landschaftsschutzgebietes vor, die zwar etwas länger, dafür aber mit deutlich unter 2 Millionen Euro Baukosten wesentlich günstiger wäre. Ob dieser Vorschlag praktikabel wäre, will der Ausschuss in den kommenden Monaten prüfen.

Radschnellweg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
Der Petitionsausschuss will die Alternativroute für den Radschnellweg in den kommenden Monaten prüfen picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

Keine Entscheidungen getroffen

Entscheidungen wurden bei dem Ortstermin nicht getroffen - er diente dem Petitionsausschuss einzig und allein dazu, sich ein Bild von der Situation zu machen. Jetzt wird der Ausschuss sein Eindrücke erstmal mit nach Stuttgart nehmen. Die Diskussion um den Radschnellweg ist jedenfalls noch lange nicht zu Ende.

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