Rhein-Neckar-Kreis startet "Long Covid"-Studie (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

14.000 Fragebogen verschickt

Rhein-Neckar-Kreis startet "Long Covid"-Studie

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Was ist das genaue Krankheitsbild von Long Covid? Wie könnte man es behandeln? Um diese Fragen zu beantworten, verschickt das Gesundheitsamt Fragebogen an ehemals Corona-Erkrankte.

Das Universitätsklinikum Heidelberg und das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises starten mit einer Studie zu bleibenden Beschwerden nach einer Covid-19-Infektion. Denn das Long Covid genannte Krankheitsbild sei noch nicht gut erforscht. Die sogenannte EPILOC-Studie wird vom Land Baden-Württemberg gefördert, in der Hoffnung, dadurch eine wirksame Heiltherapie entwickeln zu können.

Fragebogen an alle ehemals Corona-Erkrankte

Um mehr Klarheit über diese neuartige Erkrankung zu erlangen, verschickt das Gesundheitsamt rund 14.000 Fragebogen an Menschen aus dem Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg, die im vergangenen Winter an einer Corona-Infektion erkrankt waren. Die Fragebogen erhalten alle postalisch und seien innerhalb von 15 Minuten ausgefüllt, so das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig.

Ausfüllen, auch wenn milder Verlauf

Fragen sind unter anderem zur damaligen Erkrankung, zur Entwicklung der Beschwerden und zur heutigen gesundheitlichen Situation. Die Experten bitten darum, die Fragen zu beantworten, auch wenn die Infektion milde verlief oder alle Beschwerden komplett verschwunden sind.

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Ablauf der "Long Covid"-Studie

In der ersten Phase werden die Fragebogen verschickt. Die sollen bereits im September ausgewertet werden. Patientinnen und Patienten mit einem besonders ausgeprägtem "Long Covid"-Syndrom werden anschließend zu einer ambulanten Untersuchung in der Universitätsklinik eingeladen. Die diagnostischen Tests, mit denen die Beschwerden dann näher untersucht werden, sollen allen ehemals an Covid-Erkrankten angeboten werden - auch denjenigen, die keine Langzeitbeschwerden haben. Die Forscherinnen und Forscher vergleichen anschließend die Ergebnisse.

Studie in mehreren Landkreisen

Das Projekt wird in den nächsten Wochen auch im Landkreis Emmendingen sowie in den Regionen um Tübingen und Ulm fortgesetzt werden. Die Forscherinnen und Forscher sind sich sicher, dass sie mit dieser großen bevölkerungsbezogenen Studie in Baden-Württemberg rasch zu einem besseren Verständnis des Krankheitsbildes und zur Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten beitragen können.

Typische Beschwerden bei Long Covid

Viele, die Corona hatten, leiden auch danach noch an Brustschmerzen, Luftnot, Erschöpfung sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen - und das über Wochen bis Monate hinweg. Die Universitätsklinika in Baden-Württemberg haben spezielle Ambulanzen für die Versorgung dieser Menschen und für die Erforschung von Long Covid eingerichtet.

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SWR