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Die Maskenpflicht wird erweitert, maximal fünf Personen dürfen sich treffen, für Geschäfte gelten Zugangsbeschränkungen. Wie reagieren Handel und Industrie in der Rhein-Neckar-Region auf die neuen Corona-Regeln für den Dezember?

Am Mittwochabend haben sich die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundeskanzlerin auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Dezember geeinigt.

"Branchen mit nachweislich geringem Anteil am Infektionsgeschehen"

Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar (IHK), kritisierte das Maßnahmen-Paket. Natürlich gehe es um den Gesundheitsschutz für alle, daher sei es nachvollziehbar gewesen, dass Bund und Länder auf die hohen Corona-Neuinfektionszahlen erneut reagieren mussten. Aber, so Schnabel:

"Schwer verständlich ist aber nach wie vor, dass Branchen, die nachweislich nur einen geringen Anteil am Infektionsgeschehen haben und Betriebe, die viel für den Infektionsschutz unternehmen, weiterhin geschlossen bleiben müssen."

Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar

IHK Rhein-Neckar: Verlängerung der Novemberhilfe wichtig

Doch gerade die Verständlichkeit der Maßnahmen sei wichtig für deren Akzeptanz, so Schnabel weiter. Und: "Für die weiter vom Lockdown betroffenen Unternehmen ist es wichtig, dass die sogenannte Novemberhilfe verlängert wurde." Die Erstattungen zielten allerdings vorwiegend auf geschlossene Betriebe. "Das darf nicht den Blick dafür verstellen, dass derzeit auch viele Betriebe leiden, die geöffnet bleiben dürfen, beispielsweise im Einzelhandel und bei Dienstleistern."

"Die Umsätze sind zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel."

Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar
Mitarbeiter in Geschäft kleben Abstandsregeln wegen Corona auf Boden (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Bernd von Jutrczenka)
Mitarbeiter in einem Geschäft kleben Abstandsregel-Streifen auf den Boden (Archivbild) Bernd von Jutrczenka

Handelsverband Nordbaden kritisiert Kunden-pro-Quadratmeter-Regel

Kritik kommt auch vom Handelsverband Nordbaden mit Sitz in Mannheim. Die zielt vor allem auf den Kompromiss ab, dass nur eine bestimmte Anzahl Kunden auf einer bestimmten Quadratmeterzahl in Läden und Geschäften erlaubt ist.

"Es ist für uns schlicht nicht nachvollziehbar, dass die Regierungschefs aus ihren Fehlern im Frühjahr offensichtlich nicht lernen wollen. Reihenweise wurde damals die willkürliche 800er-Regel von den Gerichten gekippt. Jetzt auf die gleichen, nicht vernünftig begründbaren Rezepte zu setzen, muss zu einem Mangel an Akzeptanz und Handel und Bevölkerung führen."

Swen Rubel, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordbaden

"Bei kalter Witterung vor Geschäften eng beeinander stehen"

Viele Geschäfte zum Beispiel in der Mannheimer Innenstadt hätten viel Fläche, so Rubel, auf der sich die Kunden gut verteilen könnten. "Stattdessen müssen jetzt mehr Kunden wartend bei kalter Witterung eng beeinander vor den Geschäften stehen", so Rubel weiter.

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