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Weil die Infektionszahlen nicht sinken, gelten in Mannheim jetzt noch schärfere Regeln. Zur nächtlichen Ausgangsbeschränkung kommt dazu, dass Friseure schließen müssen. Außerdem gibt es weitere Kontaktbeschränkungen.

Die Kontaktbeschränkungen werden auf zwei Haushalte und maximal fünf Personen beschränkt – ohne Ausnahmen.

Friseure seit Mittwoch zu

Seit Mittwoch sind Friseure, Barbershops und Sonnenstudios geschlossen.

Thomas Mück betreibt einen Salon in der Mannheimer Innenstadt. Er hat monatliche Mietkosten in Höhe von 10.000 Euro - die Personalkosten liegen bei 50.000 Euro. Bis Weihnachten hätte er eigentlich noch 1.200 Termine gehabt. Die muss er alle absagen.

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Thomas Hess betreibt einen Friseursalon im Mannheimer Stadtteil Lindenhof. Die neuen Regeln sind auch vor ihn bitter, vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit.

"Es ist das zweite Mal innerhalb von einem guten halben Jahr mit Umsatzeinbußen. Aber von meiner Seite gibt es auch ein sehr sehr schlechtes Gewissen den Kunden gegenüber."

Thomas Hess, Friseur in Mannheim

Roberto Laraia sitzt im Vorstand des baden-württembergischen Landesverbands der Friseure. Er kennt keinen Fall, in dem sich ein Kunde angesteckt hätte. Die Hygienekonzepte der Friseure seien hervorragend. Außerdem sei in keiner Branche die Kontaktverfolgung so gut möglich wie bei den Friseuren.

"Nach einem schwachen November hat das Friseurhandwerk gehofft, das Weihnachtsgeschäft mitnehmen zu können, um die Unkosten decken zu können (...). Das wird alles zunichte gemacht."

Roberto Laraia, Landesverband der Friseure

Friseur-Tourismus in umliegende Orte?

Friseure in anderen Orten berichten davon, dass sie jetzt mehr Zulauf hätten. Das Telefon klingelt beispielsweise bei Peggy Fändrich deutlich mehr. Sie betreibt einen Salon in Weinheim. Sie berichtet, dass sich viele Neukunden aus Mannheim melden.

"Wenn man Mannheim keinen Friseurtermin mehr bekommt, dann fährt man einfach nach Heidelberg oder nach Schwetzingen."

Diana Wolf, Kundin in Mannheim

Weitere Einschränkungen - auch im Einzelhandel

Der Einzelhandel darf mit der neuen Verschärfung der Regeln auch keine Verkaufs- oder Rabattaktionen mehr anbieten. Verboten sind zudem Floh- und Jahrmärkte. Auf Baustellen muss mit der neuen Verordnung ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gilt auch im Freien.

Ausgangssperre Mannheim (Foto: SWR)
Mannheimer Einkaufstraße "Planken"

Bestehende Regeln werden erweitert

In der Stadt galten bereits durch eine Allgemeinverfügung nächtliche Ausgangsbeschränkungen sowie Verschärfungen für Besuche in Alten-und Pflegeheimen. Auch Schulsport ist verboten.

"Hotspotstrategie" für besonders betroffene Kommunen

Hintergrund für die erneute Anpassung ist ein Erlass des Sozialministeriums, der Kommunen mit einer 7-Tages-Inzidenz über 200 dazu verpflichtet, weiterreichende Maßnahmen anzuordnen. In Mannheim ist dieser Wert seit Mitte November überschritten.

Befristete Regelungen

Die neuen Beschränkungen gelten seit Dienstag. Einzelhandel und betroffene Betriebe müssen sich seit Mittwoch an die neuen Regeln halten. Sie gelten zunächst bis zum 23. Dezember, die nächtliche Ausgangsbeschränkung bis zum 14. Dezember.

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