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Trotz Corona-Pandemie hat am Montag in der CityKirche Konkordien in der Mannheimer Innenstadt die Vesperkirche für Bedürftige ihren Betrieb aufgenommen. Wie werden dort Ehrenamtliche und Besucher vor einer Infektion geschützt?

Seit vielen Jahren haben Bedürftige in der Mannheimer Vesperkirche immer in den ersten Wochen eines neuen Jahres zum symbolischen Preis von einem Euro täglich ein warmes Mittagessen bekommen. Wegen der Corona-Pandemie haben die evangelische Kirche der Stadt und die Diakonie Mannheim ein umfangreiches Hygiene-Konzept für den Betrieb der Vesperkirche erarbeitet - in enger Absprache mit dem Mannheimer Gesundheitsamt, wie die Kirche mitteilte.

Wärmezelt vor Vesperkirche in Mannheim (Foto: SWR)
Wärmezelt zur Registrierung der Vesperkirchen-Besucher vor der CityKirche Konkordien in der Mannheimer Innenstadt

Auftakt-Gericht am Montag: Nudeln mit Bolognese und Salat. Zwei obdachlose Vesperkirchen-Besucher berichten dem SWR über ihren harten Alltag:

Vesperkirche Mannheim mit zweigleisigem Modell

Konkordien-Kirchen-Pfarrerin Anne Ressel im SWR Aktuell-Interview.

SWR-Aktuell: Wie muss man sich eine Vesperkirche unter Corona-Bedingungen vorstellen?

Anne Ressel: Wir haben dieses Jahr natürlich das gesamte Konzept der Vesperkirche auf die Coronabedingungen und den Schutz der Gäste und der Ehrenamtlichen umstellen müssen. Das heißt, wir haben ein zweigleisiges Modell. Zum einen bieten wir den Gästen an, ein Essen mitzunehmen, falls sie einen Ort haben, an dem sie es dann zu sich nehmen können. Zum anderen können diejenigen, die einen solchen Ort nicht haben, in einem unserer Zeitfenster (10:30 Uhr, 12:15 Uhr und 14 Uhr, Sonntag: 11:30 Uhr und 13:15 Uhr) bei uns in der Kirche Platz nehmen und ihr Essen in Ruhe genießen, um dann nach etwa einer Stunde die Kirche wieder zu verlassen, so dass wir lüften und desinfizieren können, bevor dann die nächsten Gäste kommen. In jedem Zeitfenster können bis zu 60 Personen bei uns essen.

Essensausgabe in Vesperkirche Mannheim mit Johannitern und Mundschutz (Foto: SWR)
Essensausgabe in der Mannheimer Vesperkirche - wegen Corona alles nach strengem Hygienekonzept

SWR-Aktuell: Ist es angesichts der hohen Infektionszahlen nicht riskant, die Vesperkirche trotzdem stattfinden zu lassen?

Anne Ressel: Natürlich ist alles im Moment riskant, wo Menschen zusammenkommen. Aber die Menschen, die tatsächlich obdach- oder wohnungslos sind, leben unter derart anderen Bedingungen, dass für sie die Kategorieren von "ein Haushalt darf nur einen anderen Haushalt treffen" nicht relevant sind. Wir haben seit September an einem Schutzkonzept für die Vesperkirche gearbeitet und ich kann sagen, dass es nicht gefährlicher sein wird, sich in der Vesperkirche aufzuhalten, als in einem Supermarkt einzukaufen.

SWR-Aktuell: Wie schützen Sie denn die freiwilligen Helfer und die Gäste vor einer Corona-Infektion?

Anne Ressel: Die Ehrenamtlichen bekommen FFP2-Schutzmasken und wir versuchen sie auch räumlich in Gruppen so auseinander zu halten, dass sich nicht alle ständig begegnen. Außerdem sorgen wir dafür, dass wir auch zwischen den Gästen, die an den Tischen sitzen, ausreichend Distanz haben, denn die Gäste tragen ja am Tisch keine Maske. Wir haben das Menschenmögliche unter diesen erschwerten Bedingungen getan, um für alle ein sicheres Dasein gewährleisten zu können.

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