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Die Mannheimer Corona-Studie stellt eine starke soziale Ungleichheit bei den Arbeitsverhältnissen während der Corona-Krise fest. Die Studie wird von Forschern der Universität Mannheim durchgeführt, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesellschaft zu erforschen.

Die laufende Corona-Studie der Universität Mannheim hat zutage gefördert, dass derzeit 95 Prozent der Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen. Außerdem ergab die Studie Hinweise auf eine starke soziale Ungleichheit bei Homeoffice und Kurzarbeit, teilte die Universität mit.

Das Team von Sozialforschern der Hochschule habe zwischen 20. März und 3. April besonders sozio-ökonomische Aspekte untersucht. Sie analysierten dabei, wie sich die Arbeitssituation der Beschäftigten durch die Anti-Corona-Maßnahmen veränderte.

Frau arbeitet zu Hause am Laptop (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Daniel Naupold/dpa)
Frau arbeitet zu Hause am Laptop (Symbolbild) picture alliance / Daniel Naupold/dpa

Große Unterschiede beim Thema "Home Office"

Die Befragungen hätten ergeben, dass in dem Zeitraum Ende März nach wie vor gut die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland beim Arbeitgeber vor Ort arbeitete. Ein gutes Viertel war im Homeoffice. Dabei habe es große Unterschiede gegeben:

"Deutlich mehr Personen mit hohem Bildungsabschluss und gutem Verdienst arbeiten im Homeoffice, Personen mit niedrigem Bildungsabschluss sind dagegen stark von Freistellungen und Kurzarbeit betroffen."

Professorin Katja Möhring

Kurzarbeit, Freistellung und Arbeitslosigkeit treffe vor allem die Menschen, die schon vor der Corona-Krise nur ein geringes Einkommen zur Verfügung hatten. Besonders stark betroffen ist das Gastgewerbe. In dem Bereich war fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder arbeitslos.

Immer weniger Großeltern betreuen Kinder

Bei der Kinderbetreuung fiel auf, dass vor der Corona-Pandemie noch in etwa acht Prozent der Familien die Großeltern regelmäßig einsprangen. Jetzt war dies nur noch bei 1,4 Prozent der Fall. In der Hälfte der Fälle übernahmen Frauen alleine die Kinderbetreuung und in je einem Viertel entweder beide Partner oder nur der Mann.

Für die Mannheimer Corona-Studie befragen die Wissenschaftler die Studienteilnehmer täglich zu relevanten Themen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Ergebnisse werden täglich veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es Schwerpunktberichte. Die Studie soll die gesellschaftlichen Belastungen und Veränderungen durch die Corona-Pandemie langfristig dokumentieren.

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