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Seit über zehn Jahren engagiert sich ein buntes Bündnis namens "Mannheim gegen rechts" gegen rechtsextreme Gruppierungen und Aktionen. Neuerdings nimmt die Initiative auch Corona-Leugner genauer unter die Lupe.

"Mannheim gegen rechts" beobachtet die Szene genau. Der junge Buchautor Lucius Teidelbaum hat jetzt für das Bündnis in einer Online-Veranstaltung über seine Arbeit informiert. Er hat die Szene der Corona-Leugner und Rechtspopulisten um die "Querdenken"-Initiative in Baden-Württemberg näher untersucht. Sein Fazit: "Die Mehrheit der Veranstalter dieser Demos ist nicht der klassischen extremen Rechten zuzuordnen".

Online-Veranstaltung zu Corona-Leugnern und "Querdenkern"

Er und andere versorgen die Mitglieder von "Mannheim gegen rechts" mit Informationen über die rechte Szene, weil die bei den Corona-Leugnern andocken will. Über 700 Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen hat es allein in Baden-Württemberg schon gegeben, sagt er. 210 davon waren von den "Querdenkern" organisiert. Das Land ist die Protest-Hochburg der Pandemie-Leugner.

"Mannheim gegen rechts" gegen rassistische Umtriebe

Das Bündnis mit dem Namen "Mannheim gegen rechts“ war 2009 gegründet worden, um die NPD zu bekämpfen, die damals mit großem Aufwand versuchte, in Mannheim Fuß zu fassen. Es handelt sich um Parteien und Gewerkschaften sowie kleine und große Initiativen, organisatorisch zusammengefasst unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Natürlich sind die Interessen der Beteiligten wie etwa Bündnis 90/Die Grünen, FDP, SPD, Jüdischer Gemeinde oder Frauenhaus e.V. nicht immer deckungsgleich. Dennoch, sagt Miriam Walkowiak vom DGB, gebe es kaum Streit: "Uns eint, dass wir uns rassistischen Umtrieben deutlich entgegenstellen".

Stadt Mannheim fördert "Mannheim gegen rechts"

Die Initiative "Mannheim gegen rechts" ist eng mit der Stadt Mannheim verzahnt. Vor vier Jahren wurde die sogenannte Mannheimer Erklärung veröffentlicht, in der sich Initiativen, Unternehmen und Institutionen für ein Mannheim in Vielfalt aussprechen. Im Widerstand gegen die Anti-Corona-Demos gibt es zurzeit keine Gegendemos, sagt Gerhard Fontainer von den Grünen, aber es sei natürlich "richtig und wichtig zu kritisieren, was da getan wird". Bei den Demos mischen sich seiner Beobachtung nach Menschen, die einfach etwas an den staatlichen Maßnahmen zu kritisieren hätten, mit denen, die "ihr rechtes Süppchen kochen wollen".

Baden-Württemberg

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