Außenaufnahme der evangelischen Konkordienkirche in der Mannheimer Innenstadt, auch Citykirche genannt (Foto: SWR)

Viele Austritte - weniger Kirchensteuer-Einnahmen

Mehrere Kirchen in Mannheim bald dicht? - Evangelisches Dekanat macht Vorschläge

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Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus, entsprechend sinken die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Für mehrere evangelische Kirchen in Mannheim könnte das das Aus bedeuten.

Die Evangelische Kirche Mannheim entscheidet auf ihrer Stadtsynode am Freitag und Samstag im Stadtteil Sandhofen, welche Kirchengebäude in der Stadt erhalten und modernisiert werden sollen und welche nicht. Insgesamt gibt es in Mannheim 32 evangelische Kirchen.

Welche Kirchen in Mannheim bleiben erhalten? Welche müssen schließen?

Vier Kriterien entscheiden laut evangelischer Kirche über Erhalt und Nutzung der jeweiligen Kirchengebäude: Kirchlicher Gebrauch, Sozialraum, Finanzierbarkeit und Gerechtigkeit. Die Kirchen werden dann den Angaben zufolge in drei Kategorien unterteilt.

Kategorie A: 

Bedeutet langfristige Finanzierung aus Kirchensteuermitteln und möglichst Modernisierung von Klima, Technik und vielseitiger Nutzbarkeit. Dies gilt für:

Christuskirche Oststadt, Konkordienkirche Innenstadt, Auferstehungskirche Gartenstadt, Erlöserkirche Seckenheim, Versöhnungskirhche Rheinau, Dreifaltigkeitskirche Sandhofen, Jahonniskirche Lindenhof, Matthäuskirche Neckarau, Johanneskirche Feudenheim, Petruskirche Wallstadt, Melanchthonkirche Neckarstadt, Philippus- oder Union Käfertal

Kategorie B: 

Finanzierung von Reparaturen aus Kirchensteuermitteln, alternative Finanzierung aus privaten und öffentlichen Mitteln durch Nutzungserweiterungen oder Umnutzen sind möglich und wünschenswert. Dies betrifft:

Friedenskirche Schwetzingerstadt, Gnadenkirche Gartenstadt, J-Calvin-Kirche Friedrichsfeld, Pfingstbergkirche Rheinau, Emmauskirche Schönau, Markuskirche Neckarau, Gemeindezentrum Vogelstang, Paul-Gerhardt-Kirche Neckarstadt (bis Bau neues Gemeindehaus Melanchthon, dann C)

Kategorie C: 

Keine Finanzierung mehr aus Kirchensteuermitteln, alternativer Unterhalt aus privaten und/oder öffentlichen Mitteln durch Umnutzung oder Nutzungserweiterung sind möglich und müssen alsbald gefunden werden. Solange keine sicherheitsrelevanten Mängel auftreten, bleiben die Kirchen aber geöffnet. Wenn es keine Nutzungsalternativen gibt, ist eine Aufgabe möglich. Dies gilt für: 

Hafenkirche Jungbusch, Pauluskirche Waldhof, Martinskirche Rheinau, Jonaskirche Blumenau, Lukaskirche Almenhof, Lutherkirche Neckarstadt, Thomaskirche Neuostheim (bereits aufgegeben zugunsten der Ökumenekirche St. Pius), Epihpaniaskirche Feudenheim (bereits als Kulturkirche genutzt), Trinitatiskirche Innenstadt (bereits als Eintanzhaus genutzt), Jakobuskirche Sandhofen (bereits als Kulturkirche PX The Dome genutzt), Philippus- oder Union Käfertal (eine davon soll langfristig erhalten, eine aufgegeben werden)

Symbolbild von Kirchenbänken (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa, Uwe Anspach)
Symbolbild von Kirchenbänken picture alliance/dpa, Uwe Anspach

Austritte sind schuld

Die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder hat zur Folge, dass die Einnahmen durch Kirchensteuern ebenfalls sinken, heißt es in einer Mitteilung des Evangelischen Dekanats Mannheim. Der Sanierungsstau beläuft sich den Angaben zufolge auf 22 Millionen Euro. Folge: Die Kirche kann nicht alle Kirchengebäude aus eigener Kraft finanzieren.

"Kirchenmasterplan" seit zwei Jahren Thema der Mannheimer Stadtsynode

Der sogenannte Kirchenmasterplan beschäftigt die Synode schon seit zwei Jahren. Nach den Prognosen der Landeskirche von drastisch rückläufigen Mitgliederzahlen habe der Mannheimer Stadtkirchenbezirk bereits im November 2019 einen Baustopp für Kirchen verhängt. Im Mai 2020 habe man dann die Erstellung des sogenannten Kirchenmasterplans beschlossen. Im Juli 2021 habe die Synode festgelegt, dass nicht die Verantwortlichen in den Gemeinden und Regionen selbst, sondern eine Steuerungsgruppe die Einteilung in die oben erwähnten Kategorien der Kirchengebäude vorschlagen soll.

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