Prozessauftakt wegen versuchten Mordes am Landgericht Mannheim (Foto: dpa Bildfunk, SWR, Picture Alliance)

Kiloweise Haschisch und Kokain

Zwei Männer wegen Drogenhandels in Mannheim vor Gericht

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Judith Hüwelmeier

Zwei Männer aus der Region sollen im größeren Stil mit Haschisch und Kokain gehandelt haben. Sie stehen seit Dienstag vor dem Landgericht Mannheim.

Vor Gericht hat der Prozess gegen zwei 39 und 58 Jahre alte Männer begonnen, weil sie in Mannheim und im Raum Viernheim (Kreis Bergstraße) mit größeren Mengen Rauschgift gehandelt haben sollen. Konkret geht es dabei um zehn Kilogramm Haschisch und ein Kilogramm Kokain.

Drogenbestellung per Kryptohandy

Der jüngere der beiden Tatverdächtigen soll das Rauschgift nach Angaben des Gerichts mit einem vermeintlich abhörsicheren Mobiltelefon bei seinem Lieferanten bestellt haben. Dieser lieferte die Drogen anschließend an den 58-jährigen Tatverdächtigen aus Viernheim aus. Übergaben sollen auf einem Supermarktparkplatz in Viernheim, vor einer Autowerkstatt und in der Wohnung eines der Angeklagten stattgefunden haben. Laut Staatsanwaltschaft haben die beiden Männer durch den Handel mit Rauschgift Gewinne von mehr als 150.000 Euro gemacht.

Das FBI hörte mit

Der 39-jährige Tatverdächtige, ein Konstruktionsmechaniker aus Mannheim, nutzte für den Rauschgifthandel ein Kryptohandy. Genauer gesagt: Ein Google Handy, auf dem die Verschlüsselungssoftware ANOM installiert war. Laut Verteidigung ging der Tatverdächtige davon aus, mit dem Handy geheim zu kommunizieren. In Wahrheit sei die Plattform ANOM aber vom FBI infiltriert gewesen. Dieses habe im Verlauf von 18 Monate die Gespräche von Kriminellen auf der ganzen Welt aufgezeichnet, so die Verteidigung.

Richter vor dem Landgericht Mannheim  (Foto: SWR)
Staatsanwaltschaft und Richter im Landgericht Mannheim. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Widerspruch gegen Handy-Daten als Beweismittel

Die Verteidiger beider Angeklagten wollen nun erreichen, dass die Daten dieses Handys nicht in die Beweisführung aufgenommen werden. Denn verschlüsselte Kommunikation zu nutzen, sei an sich nicht illegal, so eine der Begründungen. Kriminell seien nach Ansicht der Verteidigung aber der Vertrieb von ANOM-Handys und das Verhalten des FBI. Die Staatsanwaltschaft hielt entgegen, die Daten seien zweifellos verwertbar, dies hätten bereits mehrere Gerichte bestätigt.

Weltweite Geheimoperation

"Operation Trojanerschild" hieß der geheime Coup, bei der das FBI monatelang mithilfe der fingierten App die Gespräche von Kriminellen auf der ganzen Welt mitlas. Zahlreiche Ermittlerteams aus anderen Ländern, darunter auch Deutschland, waren an der Aktion beteiligt, schreibt Europol. Die Handy-Daten von rund 2700 deutschen Nutzern wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) von den US-Ermittlern an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt übergeben.

Seit 2021 ermittelt das BKA in der Angelegenheit und hat seitdem - Stand Juli 2022 - unter anderem fünf Drogenlabore, 55 Schusswaffen und 1,3 Tonnen Haschisch in Deutschland aus dem Verkehr gezogen. Weltweit sind laut Europol mehr als 800 Kriminelle festgenommen worden.

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